M.u.M. in Grefrath: 25 Jahre Frauen- und Familienzentrum

Grefrath : „M.u.m.“ Treffpunkt für Mütter und mehr

Auf ein Vierteljahrhundert blickt „M.u.m.“ in Grefrath zurück. Mit einem bunten Familienfest feierte der Verein sein Jubiläum. Fünf Frauen legten seinerzeit den Grundstein für „Mutter und mehr“.

Es waren einmal fünf Mütter namens Ulrike Sonntag, Veronika Manns, Silvia Becher, Ingeborg Floeth-Blei und Elke Heinen, die eine Idee hatten. So beginnt die Geschichte vom Frauen- und Familienzentrum „Mutter und mehr“, kurz M.u.m. genannt. Wenn diese fünf Frauen nicht gewesen wären, dann gäbe es den Verein nicht. „Ulrike Sonntag hatte damals die Idee, etwas ins Leben zu rufen, um Mütter untereinander zu vernetzen, ihnen eine Austauschmöglichkeit und Unterstützung zu geben“, erzählt Floeth-Blei. Im Wohnzimmer von Veronika Manns saßen die fünf Grefratherinnen zusammen und legten Mitte August 1993 den Grundstein für „M.u.m.“ „Wir wollten einfach etwas für Mütter tun und zeigen, dass Frauen mehr als nur Mütter sind“, berichtet Floeth-Blei, was auch zu der etwas ungewöhnlichen Namensgebung führte.

Der Anfang sei nicht einfach und man sei auch nicht überall beliebt gewesen, denn vor 25 Jahren herrschte vielfach noch die Meinung, Mütter hätten daheim zu bleiben, erinnert sich die Mitbegründerin. Los ging es in den ehemaligen Schulcontainern an der Grefra­ther Grundschule, wobei die Ehemänner mit handwerklichem Geschick fleißig halfen, die Container einzurichten. Was das „M.u.m.“ von der ersten Minute an auszeichnete, war die Tatsache, dass der Verein schnell auf aktuelle Gegebenheiten reagierte. „Es wurden Babysitter gesucht, und ,M.u.m.’ rief spontan die Babysitterausbildung ins Leben“, nennt die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Grefrath, Annemarie Quick, ein Beispiel. Auch in Sachen Flüchtlinge reagierte das „M.u.m.“ blitzschnell. „Donnerstags erhielten wir einen Anruf. Ab Montag boten wir Kinderbetreuung für Flüchtlingskinder an, damit die Eltern Sprachkurse besuchen konnten“, sagt Sarah Pasch, die derzeit an der Spitze des Frauen- und Familienzentrums steht. „M.u.m.“ wuchs in den Jahren kontinuierlich. 2012 erfolgte der Umzug in die deutlich größeren Räume des Laurentiushauses an der Vinkrather Straße 64, wobei die Pfarre St. Benedikt die Räume kostenfrei zur Verfügung stellt.

Die Angebote haben sich im Laufe der Jahre ständig entwickelt. Ob der kostenfreie Kursus „Eltern-Start“, die Krabbelgruppen ab dem vierten Lebensmonat, die Spielgruppen, das Café, die Babymassage, die Kurse für Erste Hilfe bei Säuglingen und Kleinkindern, die Babysitterkurse für Jugendliche ab 14 Jahre und die Vermittlung von Babysittern oder die vielen Kurse vom Yoga bis hin zum kreativen Basteln und Werken – das „M.u.m.“ hat ein Programm für die ganze Familie.

Das Zentrum ist in Grefrath Anlaufstelle, Informationsplattform und ein Ort der Begegnung, getragen von vielen ehrenamtlichen Mitstreitern und drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen.

„Diese damals kleine Pflanze ist zwischenzeitlich zu einem unverzichtbaren Baum in unserer familienfreundlichen Gemeinde geworden“, betonte Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz bei der Jubiläumsfeier. Er bezeichnete das „M.u.m.“ als Leuchtturmprojekt für die Gemeinde, wobei er insbesondere den langjährigen Einsatz von Katja Schulte hervorhob. Sie war erst als Erzieherin tätig, dann im Vorstand und dort viele Jahre erste Vorsitzende. Sie prägte das Familienzentrum maßgeblich mit.

Mit Rückschau und Austausch, Stockbrotbacken und Toben auf der Hüpfburg feierte das Frauen- und Familienzentrum jetzt sein Jubiläum. Dabei kam der Wunsch auf nach einem Gartenhaus, um dort in den Sommermonaten das Frühstücks- und Nachmittagscafé anbieten zu können. Dafür spart das M.u.m“, denn rund 10.000 Euro werden benötigt.

Das „M.u.m.“, Vinkrather Straße 64 in Grefrath, ist montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Nähere Informationen unter Telefon 02158 800235 oder per E-Mail an: info@mum-grefrath.de.

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