Mülhausen feiert seine Feuerwehr

Mülhausen : Mülhausen feiert seine Feuerwehr

Eine Ehrenurkunde vom Land und die Vorstellung der Chronik zum 125-jährigen Bestehen: Mit einem Festakt startete die Löschgruppe Mülhausen am Wochenende die Feierlichkeiten zu ihrem Jubiläum.

Viele rote und blaue Luftballons, eine Theke mit blinkenden Feuerwehrwagen, eine Bühne, die von Holzhydranten, Holzflammen und Feuerwehrarbeitsleinen eingerahmt ist, ein großes Foto von 23 Männern, die 365 Tage im Jahr bereit sind, für andere Menschen in den Einsatz zu gehen – im Festzelt an der Marienschule ist klar, wer feiert. „Wir alle wissen, in welcher Tradition und Verantwortung wir hier stehen. Seit 125 Jahren setzt sich die Freiwillige Feuerwehr in Mülhausen für die Sicherheit ein.“ Mit diesen Worten eröffnet Michael Heyer, Leiter der Löschgruppe Mülhausen der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath, den Festakt zum 125-jährigen Bestehen der Wehr in dem Grefrather Ortsteil.

Vom Ledereimer, dem Signalhorn und der handbetriebenen Pumpe zu einer Gruppe mit einer hochmodernen Ausrüstung – mit seinen Ausführungen geht Hans-Konrad Funken, Wehrleiter in der Gemeinde Grefrath, auf die 125-jährige Geschichte der Feuerwehr von Mülhausen ein. „Eins ist in dieser Zeit aber immer gleich geblieben: Das ist die Bereitschaft, anderen Menschen zu helfen, in den Einsatz zu gehen und sich fortzubilden“, betont Funken das Ehrenamt über 125 Jahre. Ein herzlicher Dank kommt auch von Kreisbrandmeister Rainer Höckels. Er erinnert zudem daran, dass man diejenigen nicht vergessen dürfe, die das alles mit ermöglichen. „Das sind die Familien und die Arbeitgeber der Wehrleute. Sie halten den Feuerwehrleuten den Rücken frei“, sagt Kreisfeuerwehrchef Höckels.

Es folgt ein feierlicher Moment, als Kreisdirektor Ingo Schabrich in Vertretung des Innenministers die Ehrenurkunde der Landesregierung an Löschgruppenführer Michael Heyer und seinen Stellvertreter Heinz Schürmanns übergibt. „Die Löschgruppe Mülhausen leistet freiwilliges gesellschaftliches Engagement für die Sicherheit der Gemeinschaft“, lobt Schabrich. Er spricht von einem großen Qualitätsfaktor, von Gemeinschaft, Vertrauen, Verlässlichkeit und Kontinuität. Es seien keine 23 Einzelkämpfer am Werk. Die Einsätze würden von allen getragen. Die Freiwillige Feuerwehr sei ein Beispiel für den Zusammenhalt, so der Kreisdirektor.

„Was hätte wohl der Gründer der Feuerwehr, Theodor Heyer, 1893 gedacht, wenn er gewusst hätte, dass 125 Jahre später sein Ur-Ur-Enkel Michael der amtierende Löschgruppenführer sein wird“, meint Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz. Theodor Heyer und Johann Kölkens, zwei Handwerker aus Mülhausen, und die beiden Gastwirte Engelbert Reiners und Jakob Mertens waren es nämlich, die 1893 die Freiwillige Feuerwehr in Mülhausen gründeten.

Große Begeisterung löst die Chronik zur 125-jährigen Geschichte der Löschgruppe Mülhausen aus. Das Buch haben die beiden Heimathistoriker Heinrich Lennackers und Alfred Knorr in Tausenden von Arbeitsstunden recherchiert und verfasst. Doch bevor die beiden die erste Neugierde auf die Chronik stillen, kommt nochmals der Trommlercorps der Freiwilligen Feuerwehr Grefrath zum Einsatz. Dann rückt die wissenschaftliche Arbeit in den Mittelpunkt, denn das ist die Chronik. Anderthalb Jahre verbrachte Lennackers in den Archiven, bevor Knorr sich für ein halbes Jahr an den Computer setzte und die Texte schrieb. Wobei die beiden Mülhausener getreu der Freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich tätig waren.

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