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Stadt Kempen: "Most" und die Freundschaft zu Polen

Stadt Kempen : "Most" und die Freundschaft zu Polen

Seit fast zwei Jahrzehnten kümmert sich ein Kempener Verein um die deutsch-polnische Verständigung. Es wurden ein Jugendaustauschprogramm und Hilfstransporte nach Polen organisiert. 2014 wird das 20-jährige Bestehen gefeiert.

Zwanzig Jahre besteht der Verein "Most" im nächsten Jahr. Zeit für die Verantwortlichen, schon einmal Bilanz zu ziehen und Ausblick auf die weiteren Aktivitäten zu halten. Das taten jetzt der Vorsitzende Bjarne Norlander, sein Stellvertreter Heinz Wiegers sowie der Vereinsgeschäftsführer Josef Lamozik bei einem Pressegespräch.

Gegründet wurde der Verein am 11. November 1994 — zu einer Zeit, in der die deutsch-polnische Verständigung noch nicht selbstverständlich war. Es gab noch reichlich Vorbehalte auf beiden Seiten. Daher auch der Name des Vereins. Denn "Most" ist das polnische Wort für Brücke. Der Verein hat es sich von Anfang zum Ziel gesetzt, Brücken zu bauen und zur Verständigung zwischen den beiden Ländern beizutragen. Sehr viel Wert legen die Verantwortlichen darauf, dass der Verein parteipolitisch und konfessionell neutral ist. Das zeigt sich ja schon darin, dass im Vorstand mit Wiegers (SPD) und Lamozik (CDU) zwei Mitglieder unterschiedlicher Parteien zusammenarbeiten.

Im Laufe der zurückliegenden Jahre hat der Verein mehr als 40 Projekte und Begegnungen organisiert. Eine Arbeit, die ohne die Unterstützung der rund 36 Mitglieder und Förderern einzelner Aktionen nicht zu leisten gewesen wäre. Gerade jetzt kamen bei einer Spendenaktion von Schülern rund 4700 Euro für die Operation der 16-jährigen Jola Ozga zusammen. Schüler hatten sich engagiert, damit für das Mädchen eine dringend benötigte Prothese nach einer Beinamputation beschafft werden kann.

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Gerade der Kontakt unter Jugendlichen liegt dem Verein am Herzen. So werden vom 21. bis 31. Mai dieses Jahres 21 Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren nach Ulanow reisen. Bereits seit 2000 gibt es einen jährlichen Jugendaustausch, bislang von Bjarne Norlander organisiert. Die Leitung übernimmt nun die Realschullehrerin Ulrike Schmitz. Hierbei ist der gute Kontakt mit dem polnischen Schulleiter sehr wichtig. "Ohne unsere Partner vor Ort geht gar nichts", sagt Norlander. Egal ob es um das Austauschprogramm oder um Hilfstransporte für Bedürftige nach Polen geht, der Verein braucht stets zuverlässige Ansprechpartner auf der polnischen Seite.

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2014 hat sich der Verein etwas ganz Besonderes überlegt. Es wird eine neuntägige Busreise angeboten — "Auf den Spuren von Most". Dabei werden die verschiedenen Stationen besucht, an denen "Most" bisher tätig war oder wo es Kontakt gibt. Die Fahrt soll von Breslau über Ulanow, Krakau, Beuthen nach Hirschberg führen. Beuthen ist ein besonders wichtiger Ort für die Arbeit des Kempener Vereins. Schließlich wurde dort die Restaurierung des Opernhauses unterstützt.

Insgesamt zogen die drei Vorstandsmitglieder Bjarne Norlander, Heinz Wiegers und Josef Lamozik ein sehr positives Fazit der Arbeit von "Most". Es seien im Laufe der Zeit viele Freundschaften geschlossen wurden. Beim EU-Beitritt Polen habe man kurz überlegt, ob man den Verein noch braucht. Aber da hatten sich die Freundschaften schon sehr verfestigt.

(sr)