Stadt Kempen: Mittelaltertrubel statt Märchen

Stadt Kempen: Mittelaltertrubel statt Märchen

Ein Mittelaltermarkt mit Weihnachtsständen soll auch noch am letzten Adventswochenende Kunden in die Kempener City locken. Der Märchenmarkt soll in den Herbst verlegt werden. Heute berät die Politik über den Plan.

Die fünfte Ausgabe des beliebten Märchenmarkts am vierten Advent 2009 dürfte in dieser Form die letzte gewesen sein. Der Verkehrsverein Kempen als Veranstalter sieht sich personell und finanziell nicht mehr in der Lage, diese Attraktion für Kinder und Erwachsene jährlich auszurichten. Er will schon ab dem laufendem Jahr in einen zweijährlichen Rhythmus wechseln. Das aber würde den Bemühungen des Werberings zuwiderlaufen, durch eine Publikumsattraktion auch am letzten Adventswochenende vor Weihnachten viele Käufer anzuziehen. Er will deshalb einen Mittelaltermarkt etablieren. Die Politik wird darüber heute um 18 Uhr im Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten im Rathaus reden.

"Überlebenschance für Geschäfte"

Gerade kleinere, vom Inhaber geführte Läden benötigten diese zusätzliche Einnahmemöglichkeit am vierten Adventswochenende dringend, um eine Überlebenschance zu haben, schreibt Reinhard Stein. Dem Vorsitzenden der Einzelhändlergemeinschaft erscheint es daher wenig sinnvoll, in Kempen bereits Mitte Dezember alle vorweihnachtlichen Aktivitäten einzustellen, während umliegende Orte gerade dann noch ein volles Programm abwickeln und Kunden abwerben.

Bisher wird der Kempener Weihnachtsmarkt samt Bühne, veranstaltet mit der Firma Gaudium, an drei Wochenenden in der City aufgebaut. Er zieht regelmäßig Besucherscharen im hohen fünfstelligen Zahlenbereich zum Bummeln und Einkaufen an. Der Märchenmarkt des Verkehrsvereins sorgte dann am vierten Advent für eine von der Stadt gewünschte beschauliche Atmosphäre vor dem Fest. Schon 2009 wurde er aber auf Wunsch des Werberings um Weihnachtsmarktstände in Seitenstraßen erweitert.

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Mit Gauklern und Schmieden

Nun also ein Mittelaltermarkt, den die Gelderner Firma TIG im Februar auf der Touristikmesse in Rheinberg vorstellte. "Authentisch und ausschließlich qualitätsvoll" mit einer "stimmungsvollen Atmosphäre" findet ihn Stein. Die Stände würden auf dem Buttermarkt rundherum aufgebaut und ein Kleinkunstprogramm mit altem Handwerk, besonders für Kinder, geboten. Dazu gehören laut Angebot Schmiede, Töpferei, Specksteinschleiferei, Kerzenzieherei, Gewandschneiderin, Wollspinnerin und anderes. Spiele wie Axtwerfen und Armbrustschießen, Gaukler, Musikgruppen, Jongleure, Märchenerzähler, Feuerschau, Tavernenspiel und Ähnliches könnten hinzu kommen. Eine zentrale Bühne mit Programm gibt es aber nicht. Laut Stein wird Gaudium in einigen Straßen weitere Stände platzieren.

Der Verkehrsverein unterstützt diese Ideen und wird einen gebührenfreien Glühweinstand auf dem Buttermarkt betreiben. Er will außerdem mit dem Kinderschutzbund alle zwei Jahre, im Wechsel mit dem Bauernmarkt, ein Kinder- und Märchenfest im September ausrichten. Meinung/Frage des Tages

(RP)