Stadt Kempen: Mit der Grünlilie auf Erfolgskurs

Stadt Kempen: Mit der Grünlilie auf Erfolgskurs

Zwei Teams des Kempener Gymnasiums Thomaeum gingen beim Wettbewerb "Jugend forscht" an den Start. Es gab zwei zweite Plätze und einen zusätzlichen Sonderpreis für die Nachwuchsforscher.

"Kann meine Pflanze die Luft reinigen?" diese Frage stellte sich Maximilian Münchow. Die Antwort lautet "Ja". In wochenlangen Versuchen beschäftigte sich der Siebtklässler des Kempener Gymnasiums Thomaeum mit der Fragestellung und experimentierte mit Grünlilien. Seine Arbeit brachten ihm kürzlich beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" gleich zwei Platzierungen ein. In der Kategorie Biologie bei "Schüler experimentieren" sicherte sich der 13-Jährige einen zweiten Platz. Dazu erhielt er den Sonderpreis "Umwelttechnik" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

"Wir erleben eine extreme Umweltverschmutzung. Allein der Abgasskandal zeigt uns dies. Das brachte mich auf die Idee, im Bereich der Luftverbesserung zu forschen", berichtet Maximilian, der zum ersten Mal an dem Wettbewerb für Nachwuchsforscher teilnahm. Luftreinigungsgeräte sind teuer und der Siebtklässler überlegte, welche anderen Möglichkeiten es geben könnte, die Raumluft zu verbessern. Dabei stieß er auf die NASA Clean Air Study, die eine Anzahl von luftreinigenden Pflanzen vorstellt, die allesamt zur Luftverbesserung beitragen können.

Maximilian pickte sich die Grünlilie heraus, die Formaldehyd absorbieren soll. Er goss Wasser in eine oben aufgeschnittene Kunststoffflasche und gab eine Grünlilie mitsamt Wurzeln hinein. Dann nahm er einen Kleber, der laut Untersuchungen von Ökotest Formaldehyd beinhaltet. Die Kleberausdünstungen kamen in die Flasche. Es folgte ein Luftanalysestick und danach dichtete der Gymnasiast das Ganze mit fünf Schichten Frischhaltefolie ab. Auf seinem Laptop hatte er die entsprechende Software installiert, um den Stick auswerten zu können. Dazu kam eine Versuchsvariante ohne Grünlilie.

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Die Auswertung brachte es ans Licht: Mit Grünlilie hatte die Luft in der Flasche bedeutend bessere Werte erreicht als ohne die Pflanze. "Ich möchte meine Arbeiten in diesem Bereich ausweiten und erneut bei ,Jugend forscht' starten", berichtet Maximilian, dem das Forschen und Experimentieren viel Spaß gemacht hat. Für seine neue Arbeit hat er die Efeutute in den Blick genommen. Diese kann im Gegensatz zur Grünlilie dauerhaft im Wasser leben. Damit ist sie pflegeleichter.

Mit einer ganz anderen Problematik beschäftigten sich Simon Sure und Jannis Rimke. Die beiden Achtklässler, die ebenfalls zum ersten Mal beim Regionalwettbewerb an den Start gingen, hatten sich das Thema "Reparatur und Smartsteuerung einer defekten Waschmaschine" vorgenommen. Im Bereich Arbeitswelt konnten sich der 14- und der 13-Jährige über einen zweiten Platz bei "Schüler experimentieren" freuen.

"Auf die Idee sind wir bei unserer Klassenfahrt nach Borkum gekommen", sagt Simon. Beim Schachspielen erzählte der Chemielehrer von seiner kaputten Waschmaschine, und da machte es bei Simon und Jannis Klick. Beide hatten zuvor schon mit Minicomputern experimentiert und gingen nun gemeinsam ans Werk, um eine Waschmaschine per Smartphone zu steuern. Vor dem Hintergrund, dass jede Spannung einen einzelnen Anschluss braucht, erwies sich das Vorhaben in der Umsetzung als nicht sehr einfach. "Bei unseren Versuchen sind jede Menge Probleme aufgetreten, aber es hat dennoch viel Spaß gemacht - wobei unser Chemielehrer die Messungen für uns gemacht hat", berichtet Jannis. Auch wenn die digitale Ansteuerung der Waschmaschine über Smartphone noch nicht geklappt hat, so haben sich die beiden Gymnasiasten davon nicht entmutigen lassen. Sie wollen weiter an ihrem Projekt arbeiten und erneut bei "Jugend forscht" starten.

(tref)
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