Gemeinde Grefrath: Mit dem Kajak ins Schwimmbad

Gemeinde Grefrath : Mit dem Kajak ins Schwimmbad

Jeden Samstag lässt der Kanuwanderclub Grefrath auch im Herbst und Winter seine Boote ins Wasser - allerdings indoor. Die Mitglieder trainieren regelmäßig im Lehrschwimmbecken des Grefrather Hallenbades.

Draußen nieselt es und die Temperaturen haben den zweistelligen Bereich unterschritten. Im Grefrather Schwimmbad ist es dagegen angenehm warm. Im großen Becken ziehen mehrere Schwimmer ruhig ihre Runden. In dem daneben liegenden, rund sechs mal zwölf Meter großen Lehrschwimmbecken ist das Wasser heftig in Bewegung. Allerdings sind es hier auch keine Schwimmer, die das Wasser schwappen lassen, sondern Boote.

Gleich drei Kajaks sind im Wasser im Einsatz, wobei Paula in ihrem Kinderboot für den wenigsten Wasserwirbel sorgt. Aufmerksam von Übungsleiter Herbert Tilkes beobachtet paddelt die Fünfjährige voller Konzentration von einer Seite zur anderen. Sie lernt gerade die Grundschläge. Bei Katharina Schmitz dagegen schäumt das Wasser immer wieder auf. Unter den Augen von Übungsleiter Jürgen Hüsch übt sie die sogenannte Eskimorolle, bei der es sich um eine Rolle unter Wasser handelt. "Der Kopf war schon wieder als erstes oben. Zuerst das Boot drehen und den Kopf bis zuletzt unten lassen", erklärt Jürgen Hüsch, kaum das Katharina Schmitz ihr Boot gedreht hat.

Während sie wieder tief Luft holt, um die nächste Rolle anzugehen, lässt Jörn Hüsch, der amtierende Deutsche Meister im Freestyle, Unterabteilung Squirten, sein knapp 1,80 Meter langes Freestyle-Kajak auf dem Wasser tanzen. In der einen Sekunde steht er mit der Spitze im Wasser, um sich im nächsten Moment schon in einer blitzschnellen Wendung zu befinden. "Im warmen Wasser macht das Üben schon mehr Spaß als in einem schlammigen kalten See", meint der junge Mann schmunzelnd.

Mit Beginn der Schwimmbadsaison im Grefrather Hallenbad ist auch die Wintersaison vom Kanuwanderclubs (KWC) Grefrath eingeläutet worden. "Für uns heißt das, dass wir jeden Samstag von 16 bis 18 Uhr im Lehrbecken mit unseren verschiedenen Booten üben können", berichtet Gerhard Heinrich, Vorsitzende des KWC. Das Arrangement besteht dabei schon seit dem Jahr 2006. "Früher waren wir jeden Samstag in der Winterzeit im Oedter Lehrschwimmbecken. Als das geschlossen wurde, konnten wir unsere Übungsnachmittage in Grefrath fortsetzen. Worüber wir natürlich sehr froh sind", sagt Tilkes. Der KWC passt seine Winterzeit dabei genau dem Schwimmbad an. Das heißt, wenn das Bad im April wieder zumacht, geht auch die Wintersaison für die Kanuten zu Ende.

In der Zwischenzeit aber können Anfänger in aller Ruhe und im Warmen die richtige Paddeltechnik lernen, Fortgeschrittene Dinge wie Eskimorollen üben und Kinder langsam an den Kanusport herangeführt werden. "Gerade für Anfänger und Kinder ist es eine optimale Umgebung. Hier können sie sicher und gefahrlos lernen", sagt Heinrich. Viele kostet es dabei auch weniger Überwindung im geschützten Raum, mit dem Übungsleiter neben sich im Wasser stehend, Dinge zu trainieren, bei denen der Kopf unter Wasser ist. Dazu gehört zum Beispiel auch, die Spritzdecke unter Wasser richtig zu öffnen. Und wenn man erst einmal sicher geworden ist, dann ist dies später in freien Gewässern ein Punkt, der funktioniert, ohne das der Fahrer in Panik gerät.

Mitglieder des KWC zahlen beim Training nur einen Obolus von 1,50 Euro für die Nutzung des Lehrschwimmbeckens. "Die Möglichkeit im Schwimmbad unter fachlicher Anleitung unserer Übungsleiter zu trainieren, ist einfach hervorragend", meint Oliver Schmitz, der gerade über die Paddelbrücke ins Boot einsteigt und die Spitzdecke schließt. Er will mit Hilfe der Übungsleiter ebenfalls an der Eskimorolle arbeiten. Auf seiner Schokoladenseite, nämlich links herum, klappt die Drehung hervorragend, aber auf der anderen Seite hapert es ein klein wenig.

(tref)
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