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Stadt Kempen: Mit dem Absorber gegen Bombenfunde

Stadt Kempen : Mit dem Absorber gegen Bombenfunde

Knapp 400 junge Forscher gaben sich gestern im Krefelder Seidenweberhaus ein Stelldichein. Bei dem Regionalwettbewerb Niederrhein von "Jugend forscht/Schüler experimentieren" stellten sie 200 Arbeiten vor.

In den Räumen des Krefelder Seidenweberhauses geht es zu wie in einem Bienenschwarm. Ein Stimmengewirr ist zu hören. Aufregung liegt greifbar in der Luft. Stände, aufgebaut wie kleine einzelne Kabinen, bestimmen das Bild. Dabei ist ein jeder ein kleines Forschungslabor, wobei Schüler hinter den Tischen erklären, woran sie seit Monaten geforscht haben und zu welchem Ergebnis sie gekommen sind.

Dort hängen Reagenzgläser in Vorrichtungen. Ein Stückchen weiter betreibt ein Ventilator ein kleines Windkraftrad und an der nächsten Ecke schütteln Schüler Flüssigkeiten in Zylinderbechern. Mikroskope sind im Einsatz und auf Laptops laufen Präsentationen.

Bei Sven Trienes (15) und Lukas Echelmeyer (14) wächst Kresse in verschiedenen kleinen Töpfen. "Wir haben uns mit Terra Petra, der schwarzen Erde, beschäftigt. Das ist Erde, die mit feingeriebener Kohle angereichert und sehr nährstoffreich ist", erklärt Sven und deutet auf die Kresse, die in verschiedenen Mischungen dieser Erde wächst. Das kurz im Umwelttechnikunterricht des Kempener Gymnasiums Thomaeum angesprochene Thema faszinierte die beiden so sehr, dass sie sich entschlossen, daraus im Rahmen von "Jugend forscht" ein Projekt zu machen.

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Die beiden Schüler gehören damit zu den insgesamt 394 Schülern, die in diesem Jahr beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht/Schüler experimentieren" mitmachen. Insgesamt 200 Projekte stellen die Schüler aus den verschiedenen Städten und Gemeinden des Linken Niederrheins im Seidenweberhaus in Krefeld einer Jury vor.

Keine leichte Aufgabe für die aus Lehrern, Hochschullehrern sowie Vertretern aus Wirtschaft und Industrie bestehende Bewertungskommission. Sie haben es nicht einfach, die Entscheidungen in den verschiedenen Sparten und Altersgruppen zu fällen. Zu sehen gibt es reichlich und auch Experimente vor Ort fehlen nicht.

In der Sparte "Schüler experimentieren" zeigt beispielsweise der zwölfjährige Niclas Hümmeler vom Anrather Lise-Meitner-Gymnasium, wie man mit Superabsorber in den Einsatz bei Bombenfunden gehen könnte. Wenngleich es sich bei seinen Bomben um Feuerwerkskörper handelt, deren Explosion der Absorber, der eigentlich in Babywindel zu finden ist, hervorragend eindämmt. Die Einfärbung von biologisch abbaubaren Folien haben sich die drei jeweils 16 Jahre alten Thomaeum-Schüler Steven Hamann, Johannes Becker und Paula Zinkler auf ihre Fahnen geschrieben.

An die Nanotechnologie, elektrochemisch in der Farbstoffsolarzelle genutzt, hat sich Beatrice Meier vom Michael-Ende-Gymnasium aus Tönisvorst gewagt. Ein komplexes Thema, das die 17-Jährige aber mit einfachen Worten interessierten Besuchern näher bringt.

Hinweis: Etliche weitere Schülerinnen und Schüler der Gymnasien aus Kempen, Grefrath, Willich und Tönisvorst waren gestern in Krefeld am Start. Die Rheinische Post stellt weitere Nachwuchsforscher und ihre Arbeiten demnächst vor.

(tref)