Gemeinde Grefrath: Mehrgenerationenhaus: Pfarre will investieren

Gemeinde Grefrath : Mehrgenerationenhaus: Pfarre will investieren

Zwei Stunden lang tagte am Donnerstagabend der Grefrather Jugend-, Sozial- und Seniorenausschuss, wobei es vorwiegend um Themen für die älteren Mitbürger ging.

Sozialamtsleiter Volkmar Josten bezog Stellung zur demografischen Entwicklung bis zum Jahr 2025. Grefrath, einst fast 16.000 Einwohner, wird weitere 5,9 Prozent verlieren und am Ende der Periode bei etwa 14.600 Einwohnern liegen. Schon jetzt sind 34 Prozent der Einwohner über 50 Jahre, der Pflegebedarf wird bis 2025 dramatisch ansteigen.

Vereine eingebunden

Jochen Monhof (SPD) teilte mit, dass die Laurentiuspfarre bereit ist, rund 500.000 Euro in Umbau, Erweiterung, Sanierung des fast 40 Jahre alten Jugend- und Pfarrheimes an der Lobbericher Straße zu investieren, um das geplante Mehrgenerationenhaus zu verwirklichen. Die Jugendarbeit solle dann komplett ins Laurentiushaus gehen. Winfried Hüren, Vorsitzender des Vereins Älterwerden in der Gemeinde Grefrath, erklärte, dass man in das Vorhaben einbezogen sei, ebenso der Verein "Mutter und mehr" (M.u.m.).

Weiterhin ging es um die Probleme älterer Menschen in der Gemeinde Grefrath. Hüren forderte eine Verbesserung der Grundversorgung, etwa einen Supermarkt in Oedt, und die Umgestaltung der Hohen Straße in Grefrath zur Fußgängerzone. Zusammen mit Monhof mahnte er die Verwirklichung von Querungshilfen an: unter anderem in Oedt auf der Hochstraße und auf der Schanzenstraße in Grefrath vor dem Neubau "Betreutes Wohnen." Josten erklärte, dass in den Doppelhaushalt 2011/2012 Gelder für zwei Querungshilfen aufgenommen werden sollen.

Der Leiter des Oedter Altenzentrums, Bernd Spangenberg, teilte mit, dass der Träger des Hauses, die Rheinische Gesellschaft, an mögliche bauliche Veränderungen ab 2015 denkt. Die Entscheidung soll im Herbst dieses Jahres fallen. Er stellte die Situation seines Hauses vor. Von den derzeit 169 Bewohnern haben rund 120 einen erhöhten Pflegebedarf. Das Haus hat sich schon früh auf die Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung eingestellt. Die Anforderungen an die 200 Mitarbeiter seien enorm gestiegen. Für das Oedter Haus gibt es wieder eine Warteliste. Das Ziel ist es, die Bewohnerzahl in den kommenden Jahren auf 140 herunter zu fahren.

Kirchliche Altenarbeit

Der evangelische Pfarrer Hartmut Boecker und Rita Dückers von der Laurentiuspfarre stellten die kirchliche Altenarbeit vor. Sie laufe gut und habe zahlreiche ehrenamtliche Helfer. Anja Semnet-Dammer, die bei der Gemeinde für die Senioren und Pflegeberatung zuständig ist, berichtet von der Gründung eines Gesprächskreises für pflegende Angehörige.

(mab)
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