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Mehr Platz für Mitarbeiter im Kempener Rathaus

Kempen : Rathaus: Mehr Platz für Stadtmitarbeiter

Mit dem Umzug einiger Ämter in die neuen städtischen Bürogebäude an der Schorndorfer Straße stehen derzeit etliche Büros im Kempener Rathaus am Buttermarkt leer. Die Verwaltung erarbeitet ein neues Raumkonzept.

Seit einigen Wochen sind die drei Bürohäuser auf dem früheren Arnoldgelände an der Schorndorfer Straße in Kempen bezogen. Die Mitarbeiter des Jugendamtes, des Schulverwaltungs- und Sportamtes, des Sozialamtes und der IT-Abteilung der Kempener Stadtverwaltung sind nun hier untergebracht. Auch das Rechnungsprüfungsamt soll in einen der Neubauten umziehen. Umzugstermin vom derzeitigen Domizil im Haus Acker 1 ist voraussichtlich Anfang Juni. Die Stadt hat die drei Häuser von der Firma Hout Consult bauen lassen und gekauft. Rund zehn Millionen Euro dürften Ankauf und Ausstattung des neuen Teilrathauses am Ende kosten.

Das neue Teilrathaus soll die problematische Unterbringung der Stadtmitarbeiter verbessern. Vor allem die Beschäftigten des Jugendamtes waren zuletzt sehr beengt in veralteten Räumen an der Antoniusstraße in St. Hubert untergebracht. Aber auch die anderen Ämter, die – bis auf das Rechnungsprüfungsamt – im zentralen Rathaus am Buttermarkt beheimatet waren, finden nun deutlich bessere Arbeitsbedingungen vor.

Doch was geschieht nun mit den verwaisten Büros im Rathaus? Ein früherer Plan, das Rathaus zu sanieren, ist längst zurückgestellt. Bürgermeister Volker Rübo hatte im Zusammenhang mit den neuen Überlegungen zur Sanierung der weiterführenden Schulen bereits im Januar erklärt, dass die Sanierung des Rathauses am Buttermarkt auf absehbare Zeit nicht erfolgen werde. Er sprach sogar davon, dass dieses Vorhaben erst nach Abschluss der Schulneubauten und -sanierungen, für die ein Zeitraum von mehr als zehn Jahre angesetzt ist, in Angriff genommen werden solle.

Gleichwohl soll die Unterbringung der Mitarbeiter im Rathaus am Buttermarkt verbessert werden. Derzeit teilen sich vielfach drei Beschäftigte ein Büro, das eigentlich nur für zwei Arbeitsplätze konzipiert ist. Es fehlen zudem Räume für neue Mitarbeiter, die für künftige Aufgaben noch gesucht und eingestellt werden. Vor allem für das Baudezernat hat der Stadtrat bereits zusätzliche Stellen beschlossen. Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen die anstehenden Aufgaben von Kita-Ausbau über Schulsanierung und das neue Radverkehrskonzept bis hin zur Umsetzung des Masterplans Klimaschutz begleiten. Woran es im Rathaus ebenfalls derzeit fehlt, sind vernünftige Besprechungsräume. Interne Beratungen, aber vor allem Gespräche mit Besuchern sind kaum sinnvoll möglich. Die Arbeitsplätze sollen, so Stadtsprecher Christoph Dellmans im Gespräch mit unserer Zeitung, „entzerrt“ werden. Dreier-Büros sollen bald der Vergangenheit angehören.

Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe, die bereits an der Belegung der drei neuen Bürogebäude an der Schorndorfer Straße mitgewirkt hat, könnte die konzeptionelle Arbeit fürs Kernrathaus übernehmen. Größere Umbauten wird es aber wohl nicht geben. Unklar ist derzeit ja auch noch, inwieweit das Rathaus vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege als Denkmal bewertet wird. Würde die Denkmalbehörde beim Landschaftsverband Rheinland die Stadt förmlich auffordern, das in den 1960er-Jahren errichtete Verwaltungsgebäude als besonders schützenswert in die Denkmalliste der Stadt Kempen aufzunehmen, müsste die Stadt ohnehin prüfen, inwieweit ein Umbau im Bestand möglich ist.

Das Thema Rathaus wird den neuen Bürgermeister und den neuen Stadtrat, die nach derzeitigem Stand bei den Kommunalwahlen am 13. September gewählt werden, in den kommenden Jahren noch intensiv beschäftigen. Dem amtierenden Bürgermeister Volker Rübo ist seit Langem an einer besseren Unterbringung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelegen. Das Gutachten der Beratungsfirma Allevo aus dem Jahr 2017 hatte dazu klare Hinweise und dringende Empfehlungen gegeben. Umgesetzt sind die Ratschläge der Gutachter, die unter anderem die räumliche Unterbringung der rund 250 Beschäftigten in der Kernverwaltung untersucht hatten, aber bislang nur zum Teil.

Mit den neuen Freiräumen im Kernrathaus könnte dies nun endlich angegangen werden. Die Außenstellen Acker – hier ist nach dem Auszug des Rechnungsprüfungsamts jetzt nur noch das Grünflächenamt untergebracht – und Neustraße – hier sind das Ordnungs- und das Standesamt beheimatet – sollen nach Angaben von Stadtsprecher Dellmans vorerst nicht aufgegeben werden.

Was mit dem Komplex an der Antoniusstraße/Ecke Aldekerker Straße in St. Hubert – ehemaliges Domizil des Jugendamtes – passiert, ist derzeit offen. Von Seiten der Politik war wiederholt vorgeschlagen worden, das Gebäude, in dem sich auch der städtische Kindergarten Tabaluga und das Jugendfreizeitheim Calimero befinden, aufzugeben. Dafür müsste es aber erst eine Ersatzlösung für Kita und Jugendheim in St. Hubert geben. Eine vorübergehende Unterbringung im leer stehenden Altbau der ehemaligen Johannes-Hubertus-Schule am Hohenzollernplatz ist dafür als Zwischenlösung ins Gespräch gebracht worden, um den Komplex an der Antoniusstraße neu zu gestalten. Konkrete Pläne gibt es dafür aber noch nicht.

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