Interview: Mehr Männer ergreifen heute die Initiative

Interview : Mehr Männer ergreifen heute die Initiative

Wie ist dieses Buch entstanden? Welche Hintergedanken hatte der Auto beim Schreiben seines Werks. Außerdem geht es um die Frage, ob sich die Art der Paartherapie im Laufe der Jahre geändert hat. Das wollte die RP vom Paartherapeuten Hubert Geurts wissen

Was hat sich in 20 Jahren Paartherapie verändert?

geurts Vor 20 Jahren kannte mich in der Stadt Kempen keiner, jetzt werde ich von fremden Personen auf der Straße angesprochen. Paartherapie ist kein Tabuthema mehr. Zuerst kamen nur Klienten von außerhalb, das hat sich im Laufe des Jahres gewandelt. Ich habe gestaunt, dass ich sogar einmal Gegenstand von Mundpropaganda bei privaten Feten oder im Kegelclub war. Geändert hat sich auch , dass inzwischen mehr jüngere und ältere Paare kommen, teilweise sogar über 70-Jährige. Ich erlebe, dass man heute wieder mehr um seine Beziehung kämpft. In den letzten zehn Jahren sind es übrigens deutlich mehr Männer, die die Initiative ergreifen, eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

Was hat Sie veranlasst, das Buch zu schreiben?

Geurts Wenn ich schreibe, denke ich viel intensiver nach. Außerdem haben mir mehrere Paare gesagt, dass die vorliegenden Bücher zum Thema Paartherapie viel zu schwierig zu lesen sind, besonders wenn man mitten in einer Krise steckt. Ich habe einen Selbstversuch gemacht und eine Krise simuliert. Ich habe selber gemerkt, dass das mit dem Lesen überhaupt nicht klappt. Daraufhin habe ich selber ein Buch geschrieben. Ich habe es bewusst leicht gehalten, um alle Menschen zu erreichen, die sich für das Thema interessieren. 18 Testleser haben sich das Script angeschaut, danach gab es noch eine Menge Änderungen.

Wenn zu viele Menschen das Buch lesen, gibt es keinen mehr, den Sie therapieren können. Was dann?

Geurts Dann ziehe ich mit meinem Programm "Damals, als sich Paare noch gestritten haben" durch Deutschland.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE HEINER DECKERS.

(RP)
Mehr von RP ONLINE