Gemeinde Grefrath: Mehr als Mutter

Gemeinde Grefrath : Mehr als Mutter

Seit 15 Jahren gibt es den Verein Mutter und mehr – kurz M.u.m – in der Niersgemeinde. Die Anforderungen haben sich mit den Jahren gewandelt. Für die Zukunft gilt: „Wir müssen die Eltern eher abholen.“

Zielsetzung von M.u.m bei der Gründung war die Einrichtung eines Mütterzentrums. Es sollte in erster Linie eine Anlaufstelle für Mütter mit Kindern sein, aber das Haus sollte für jedermann offen stehen. Freizeitgestaltung und Weiterbildung sollten geboten werden. Die Vorstellungen der Gründer haben sich mit den Jahren zu vielfältigen Aktivitäten und Angeboten entwickelt. Und immer wieder werden kreative Ideen geboren und in die Realität umgesetzt. So fehlte Ökotrophologin Birgit Harnisch und Hebamme Monika Bauten etwas in der Gemeinde. Sie fanden heraus was: ein Elternfrühstück mit Info-Gehalt. Problem erkannt und ausgeräumt. Die beiden Frauen bieten nun mittwochs von 9.30 bis 11 Uhr im M.u.m.-Pavillon ein Frühstück und Infos zu bestimmten Themen, die Eltern interessieren. Wie binde ich ein Tragetuch? Probleme beim Stillen, erstes Kochen, Notfallapotheke. . .

Ein wichtiger Punkt sind beim Frühstück der Austausch und der Kontakt zu anderen Eltern – wobei der väterliche Anteil am Burgweg 32 eher gering ist. Viele Familien hätten einen wachsenden Bedarf, Kontakte zu knüpfen, weiß Katja Schulte vom Vorstand. Immer jüngere Kinder würden betreut, Eltern stellten höhere Ansprüche, möchten ihre Kinder früher fördern. Den Halt, den eine Großfamilie früher geboten habe, gebe es nicht. M.u.m. müsse sich verändern und den Gegebenheiten anpassen, meint Frau Schulte. „Wir müssen die Eltern eher abholen.“ Man müsse sich vermehrt um Mütter mit Säuglingen kümmern.

Mit Kindern können es die „M.u.m“-Mitglieder natürlich gut. So herrscht im Vorkindergarten – vormals Spielgruppe genannt – viel Trubel. 24 Zwei- bis-Dreijährige pflegen in zwei Gruppen soziale Kontakte mit Gleichaltrigen, lernen in kleinen Projekten fürs Leben.

Sorgen wegen KiBiz

Ein Angebot, um das sich Erzieherin und Vorstandsmitglied Sandra Glasmachers und Katja Schulte Sorgen machen. Die Betreuung der unter Dreijährigen wird künftig aufgrund des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) auch im Kindergärten angeboten. „Dann nehmen sie uns die Kinder weg“, befürchtet Glasmachers. Im August wechseln 20 M.u.m-Kinder in den Kindergarten, nur vier bleiben.

Ein Renner unter den M.u.m-Angeboten ist stets das Sommerferienprogramm für Vorschulkinder. Dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geht’s rund. In diesem Jahr stehen vom 26. Juli bis 5. August unter anderem Rallye, Schaum- und Cremeparty, Indianer, Zirkus, Piraten, Ritter und Burgfräulein, Fahrzeugparcours und Feuerwehr auf dem Programm. Kostenpunkt für Mitglieder 2,50 Euro, Nichtmitglieder 3,50 Euro. Eine Anmeldung ist unter der Rufnummer 02158/800235 erforderlich.

(RP)
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