Stadt Kempen: Mauli's: Gastwirt hat Klage eingereicht

Stadt Kempen : Mauli's: Gastwirt hat Klage eingereicht

Christoph Wefers hat Klage gegen die Ordnungsverfügung der Stadt Kempen, die Öffnungszeiten seiner Gaststätte zu reduzieren, eingereicht. Gleichwohl hofft er auf eine außergerichtliche Einigung.

"Ich bin Kempener, liebe diese Stadt und möchte auch gerne hier weiter wohnen und arbeiten", sagt Christoph Wefers, der vor über drei Jahren das beliebte "Mauli's" von seinem Vater übernommen hatte. "Und ich möchte mich auch nicht mit der Stadt oder den Anwohnern, die sich über die Lautstärke auf der Peterstraße beschweren, anlegen", ergänzt der 32 Jahre alte Gastronom. Er hatte Ende November von der Stadt Kempen eine Ordnungsverfügung erhalten, wonach er ab sofort sein Lokal um ein Uhr nachts schließen musste. Um die Fristen zu wahren, so musste er vor dem 26. Dezember reagieren, hat Wefers gegen die Verfügung der Stadt Klage eingereicht. Die Klage liegt zwischenzeitlich dem Verwaltungsgericht Düsseldorf vor.

Die Klage bestätigt auch Hans Ferber. Der Erste Beigeordnete der Stadt Kempen sagt: "Das Gericht hat uns schon aufgefordert, dazu eine Stellungnahme abzugeben, wir sind gerade dabei, diese zu formulieren, schicken dann auch unsere Akte dorthin."

Hans Ferber spricht in dem Zusammenhang von einem "totalen Quatsch", dass die Verwaltung beim "Mauli's" erst dann reagiert habe, als ein Anwohner einen Anwalt eingeschaltet habe. Dies hatten vor Wochen Anwohner geäußert. Von ihnen war in dem Zusammenhang der Verwaltung Untätigkeit vorgeworfen und sogar von der Androhung einer Dienstaufsichtsbeschwerde gesprochen worden. Dazu sagt Ferber: "Das ist absoluter Blödsinn."

"Wir haben beim ,Mauli's' reagieren müssen, da er dort zu einer konzentrierten Beschwerdelage gekommen sei", erklärt der Beigeordnete. Er ergänzt, dass es auch hier verschiedene Eskalationsstufen gegeben habe, dass in dem Fall unter anderem Gespräche und Ermahnungen nicht zum Erfolg geführt hätten.

In der Ordnungsverfügung wurde beim "Mauli's" die Sperrzeit, die im Normalfall von fünf bis sechs Uhr morgens gilt, von ein bis sechs Uhr verlängert. Bei Zuwiderhandlung wurde dem Wirt eine Geldbuße von 2000 Euro angedroht.

Im Gespräch mit der Rheinischen Post spricht Christoph Wefers erneut davon, dass diese Einschränkung für ihn existenzbedrohend sei. So bezifferte er die Umsatzeinbußen vor allem an den Wochenenden auf etwa 40 Prozent. Regelmäßig müssten dann um ein Uhr 40 bis 50 Gäste seine Kneipe verlassen. Seine Reaktion: "Ich wurde zu diesem juristischen Schritt gezwungen, hoffe aber noch auf eine andere Lösung."

Wobei Wefers doch noch auf eine außergerichtliche Einigung mit der Stadt hofft. So habe er seinem Architekten den Auftrag erteilt, nach Alternativen und eventuell baulichen Veränderungen zu suchen, um dadurch zu verhindern, dass seine Gäste vor dem Lokal auf der Peterstraße zur Zigarette greifen und sich dabei laut unterhalten.

"Wenn dies geht, dass außerhalb des Gaststättenraumes ein separater und lärmgeschützter Ausgang geschaffen wird, in dem dann auch leise eine Zigarette geraucht werden kann, wäre dies wunderbar", schloss Beigeordneter Ferber die Überlegung von Wefers nicht vollkommen aus. Er weist aber darauf hin, dass dies einer baurechtlichen Überprüfung stand halten müsse.

Außerdem sagt Wefers, dass es auf der Peterstraße eine Vielzahl von Gaststätten gebe und er das Gefühl habe, dass mit dem "Mauli's" jetzt so eine Art Sündenbock gefunden worden sei. "Hier auf der Peterstraße ist von daher immer viel los, sind es nicht nur einige meiner Gäste, die nicht leise sein können", so Wefers

Beigeordneter Ferber geht derzeit noch davon aus, dass die Klage vom Verwaltungsgericht entschieden wird. "Hoffentlich finden wir noch eine anderen Weg", meint dagegen Christoph Wefers.

(RP)
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