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Mairitt mit Kutschenkorso im und am Freilichtmuseum in Grefrath

Mairitt im und am Freilichtmuseum : Kutschenkorso zieht durch Grefrath

Der 1. Mai stand im Niederrheinischen Freilichtmuseum ganz im Zeichen des Pferdes. Der traditionelle Mairitt durch Grefrath und über das Museumsgelände stand an. Teilnehmer wie Zuschauer zeigten sich begeistert.

„Jetzt kannst du fetten“, sagt Jessica Schloßmacher, die gerade die Hufe von „Chocolate“ mit der Wurzelbürste bearbeitet hat. Sekunden später ist Lea mit Pinsel und Huffett im Einsatz und verleiht den Hufen der sechsjährigen schweren Warmblutstute den passenden Glanz. „Wenn man das vorher macht, würde das Stroh dran kleben, und das sähe nicht schön aus“, erklärten ihre Geschwister Louisa und Henk, während ihre Mutter Brustblatt, Selett und Hintergeschirr holt, um die Stute für ihren Einsatz vor der Kutsche fertigzumachen. Sie ist aber nicht die einzige, die letzte Hand anlegt. Auf dem gesamten Parkplatz des Grefrather Eissport-und Eventparks herrscht Hochbetrieb. Pferde und Ponys werden aus Hängern geladen und liebevoll mit Maien und Blumen geschmückte Kutschen von Transportern geholt. Besitzer gehen mit weichen Tüchern ein letztes Mal über auf Hochglanz gestriegelte Tiere und kontrollieren den Sitz von Blumen in geflochten Mähnen und Schweifen. Die Vorbereitungen für den traditionellen Mairitt vom Grefrather Freilichtmuseum laufen auf Hochtouren.

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„Wir sind glücklich, dass wieder was geht. Wir freuen uns über die vielen Teilnehmer und Besucher“, sagt Museumsleiterin Anke Petrat. Besucher haben sich nämlich schon reichlich eingefunden. Sie schlendern neugierig über den Parkplatz und sichern sich gute Plätze am Straßenrand, um den Korso genießen zu können. „Ich habe den Mairitt in den vergangenen zwei Jahren sehr vermisst“, sagt Besucherin Margita Sims, die aus Straelen angereist ist und sich an den Pferden sowie Ponys erfreut.

Willi Willen hat gleich vier Noriker mitgebracht. Filous, Woody, Mara und Victor stehen absolut unbeweglich vor der Kutsche, während dem vierbeinigen Mitfahrer, der schon zwischen den beiden Sitzen auf dem Kutschbock Platz genommen hat, die Aufregung anzusehen ist. „Marie, unsere Salukihündin fährt immer mit“, sagt Sabine Willen. Für die Familie Willen ist es diesmal, obwohl sie schon des Öfteren beim Mairitt dabei war, eine Premiere. Sie fährt nämlich zum ersten Mal vierspännig mit.

Beim Mairitt des Freilichtmuseums geht es sogar international zu. Piet Holtermans ist mit seinen beiden Friesen Endira und Funny aus dem niederländischen Horst angereist. „Wir sind 2019 ebenfalls mitgefahren, und es hat uns sehr gefallen. Gut organisiert und eine wirklich schöne Stimmung“, lobt der Niederländer. Die Freude, dabei zu sein, ist Emily und Clara anzusehen. Die knapp Vierjährige und die Sechsjährige sitzen mit strahlenden Gesichtern im Sulky hinter einem Shetlandpony. „Das ist Sternchen, und wir fahren gleich mit“, informiert Clara. Die beiden sind die jüngsten Kutscher im Umzug, wenngleich es doch noch eine fachliche Hilfe gibt. Janine Kost hat das Kopfstück von Sternchen an der Halfterleine eingeklinkt und führt. „Sternchen ist 20 Jahre alt und macht Tierbesuchsdienste. Sie ist ein gelassener Profi mitten im Trubel“, bemerkt Kost.

Ein Profi will Kaito erst noch werden. Der Friese-Paint-Mix ist erst zwei Jahre alt. „Ich nehme ihn als Handpferd mit, damit er das alles einmal kennenlernt“, sagt Gina Devaal. Jutta und Holger Ludwig, die ebenfalls zum ersten Mal mitfahren, haben ihre beiden Shetlandponys Toni und Josi eingespannt. „Kutsche fahren entschleunigt und ist einfach entspannend“, sagt Jutta Ludwig. Heinz Peters steigt indes in den Sattel von Diego. „Ich bin seit Jahren dabei. Es ist eine wunderbare Veranstaltung, bei der man immer Bekannte trifft und mit vielen Menschen ins Gespräch kommt“, sagt der Gelderner.

Dann ist es so weit. Über Lautsprecher werden die Teilnehmer aufgefordert, sich entsprechend der Nummern an den Kutschen aufzureihen. Der Kutschen- und Reiterkorso formiert sich. Ob die raumgreifenden Schritte der eleganten Friesen oder das Trippeln der Ponyhufe – der Anblick ist prächtig. Überall an den Straßenrändern stehen die Besucher und sind sichtlich von dem schönen Bild begeistert. Die Traditionsfahrt geht quer durch die Gemeinde und setzt sich im Freilichtmuseum fort. Über die hintere Einfahrt fahren die Kutschen nach der Tour nämlich auf das Museumsgelände.

Auf der großen Wiese vor der Dorenburg wird aber noch mehr präsentiert. Moderiert von Andrea Franken, erleben die Besucher eine atemberaubende Show der Limited Rodeo Riders und die Quadrille aus dem Stall Willen. Die Noriker zeigen dabei, dass sie nicht nur vor der Kutsche ein gutes Bild abgegeben.

An der Hofanlage Waldniel hoppelt es. Der Kreisverband der Rassekaninchenzüchter Viersen hat die unterschiedlichsten Kaninchen mitgebracht. Das Handwerk kommt ebenfalls nicht zu kurz. Silke Hecks stellt das Weberhandwerk vor, und Michael Poos hat die Esse in der Museumsschmiede angeheizt.