Stadt Kempen: LVR prüft Denkmalschutz fürs Rathaus

Stadt Kempen: LVR prüft Denkmalschutz fürs Rathaus

Die Experten des Rheinischen Amtes für Denkmalschutz arbeiten an einem Gutachten zum Kempener Rathaus am Buttermarkt. Das könnte in einen Antrag auf Unterschutzstellung münden. Die Stadt will das Gebäude sanieren.

Im kommenden Monat soll das Gutachten fertig sein. Dann wollen es die Experten vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) mit Vertretern der Kempener Stadtverwaltung diskutieren. Das Denkmalamt prüft derzeit, ob der Gebäudekomplex am Buttermarkt eventuell als Einzeldenkmal unter Schutz gestellt werden sollte. Dazu müsste das LVR-Amt einen förmlichen Antrag stellen, Mit dem müssten sich dann Stadtverwaltung und Politik befassen.

Bislang steht das Gebäude, das am 21. Mai 1967 feierlich eingeweiht wurde, nicht unter Denkmalschutz. Er liegt zwar im Denkmalbereich der Altstadt, was dem Rathausbau selbst nur bedingten Denkmalschutz gewährt. Das LVR-Denkmalamt ist aus freien Stücken auf die Stadtverwaltung zugekommen. Einen förmlichen Antrag auf Unterschutzstellung des Rathauses hat es bisher nicht gegeben. Das bestätigte der Technische Beigeordnete Stephan Kahl auf Nachfrage der Rheinischen Post. Zweimal seien Mitarbeiter des Denkmalamtes im Rathaus gewesen und hätten den Gebäudekomplex inspiziert.

Es handelt sich um eine routinemäßige Untersuchung der LVR-Experten, die sich derzeit grundsätzlich mit Gebäuden aus der Zeit der 1960er- und 1980er-Jahren beschäftigen. Dass nun das Rathaus am Buttermarkt im Fokus der Denkmalschützer steht, ist allerdings nicht ohne Pikanterie.

Schließlich muss das Rathaus dringend saniert werden. Und es gibt den erklärten Willen des Stadtrates, im Laufe dieses Jahres Klarheit zu erhalten über den Umfang der notwendigen Modernisierung mitsamt einer Kostenschätzung des Vorhabens. Es soll möglicherweise im Jahr 2020 realisiert werden, wenn die drei neuen Verwaltungsgebäude an der Schorndorfer Straße bezogen sind. Der Plan: Sind die Neubauten, mit denen in den kommenden Monaten begonnen werden soll, fertig, könnten Teile der Stadtverwaltung aus dem Rathaus dorthin verlagert werden. Ist das Rathaus am Buttermarkt freigezogen, soll es saniert werden.

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In welchem Umfang eine Sanierung möglich sein wird, hängt nun auch davon ab, ob der LVR die Unterschutzstellung als Einzeldenkmal beantragt. Würde das Rathaus zum Denkmal, könnte der Umbau nicht im gewünschten Umfang stattfinden. Denn dann müsste nicht nur das äußere Erscheinungsbild beibehalten werden, dann müsste unter Umständen auch die derzeitige Raumaufteilung bestehen bleiben.

Doch gerade die möchte die Stadt gerne ändern. Es gibt zu viele kleine Büros, die vom Zuschnitt nicht mehr heutigen Ansprüchen genügen und bei denen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Arbeitsstättenverordnung für die Stadtmitarbeiter nur schwer eingehalten werden können. Die Verwaltung hat zudem zu wenig Besprechungsräume. Auch Gespräche mit Bürgern, die die Ämter aufsuchen, sind kaum in geschützter Umgebung möglich. Aufenthaltsräume fürs städtische Personal gibt es zudem nicht.

Manch einer im Rathaus träumt auch von einer Cafeteria oder einem öffentlichen Café-Bistro für die Mittagspause. Vorbild könnte das "Café Mokka" im Viersener Stadthaus sein. In dem sind Teil der Verwaltung der Kreisstadt untergebracht. Eine solche öffentliche Einrichtung würde den Buttermarkt auch gastronomisch beleben.

(RP)