Lossprechung im Gartenbau in Kempen-St. Hubert

Kempen-St. Hubert : Kreatives Arbeiten an der frischen Luft

Mit einem Gärtnerfest im St. Huberter Gartenbaubetrieb Hanka feierte der Kreisverband Gartenbau Krefeld-Viersen die Lossprechung seiner Auszubildenden. Der Beruf des Gärtners hat viele Facetten.

„Eigentlich war es ein Zufall, dass ich Landschaftsgärtnerin geworden bin“, sagt Tabea Lohnert. Dabei muss die Jahrgangsbeste im Bereich der Landschaftsgärtner lächeln. Dass es etwas Handwerkliches werden sollte, war der Niederkrüchtenerin schon auf dem Weg zum Abitur klar. Nach dem Abitur machte sie ein Praktikum in dem Brachter Garten- und Landschaftsbaubetrieb von Jörg Peters, und da packte es die junge Frau.

„Es ist ein toller, abwechslungsreicher Beruf, bei dem man zudem kreativ sein kann“, schwärmt die 23-Jährige, die noch überlegt, ob sie ihren Meister machen oder ein Gartenbaustudium folgen lassen soll. Dass der Beruf facettenreich ist, zeigte jetzt das Gärtnerfest mit der integrierten Lossprechung der Lehrlinge im Gartenbaubetrieb Hanka in St. Hubert. Gärtner und Werker aller Fachrichtungen erhielten aus den Händen von Berufsschullehrer Tri-Cuong Vu ihre Abschlusszeugnisse.

Wer sich für den Beruf des Gärtners entscheidet, der kann die Voll­ausbildung machen oder die in den Ausbildungsinhalten einfacher gehaltene Werker-Ausbildung absolvieren, die sozialpädagogisch betreut und über die Arge finanziert wird. In beiden Varianten müssen sich die Auszubildenden entscheiden, in welchen Bereich sie gehen möchten.

Die Bereiche Baumschulen, Friedhof, Gemüse, Stauden, Zierpflanzen, Obst sowie der klassische Garten- und Landschaftsbau stehen zur Auswahl. Doch egal, für was sich ein zukünftiger Auszubildender entscheidet, die Pflanzen stehen immer im Mittelpunkt. Dazu kommt der Umgang mit moderner Technik und den verschiedensten Materialien. Je nachdem, in welche Richtung es geht, sind Kreativität und Spaß an der Kommunikation unabdingbar.

Baumschulgärtner vermehren und kultivieren Rosen, Sträucher, Bodendecker und Gehölze. Sie pflegen, roden, sortieren, kennzeichnen und lagern diese. Handarbeit wechselt sich bei schweren Arbeiten mit dem Bedienen von Maschinen ab. Zudem stehen sie Kunden beratend zur Seite. Beratung gehört auch zu den Aufgabenbereichen eines Friedhofgärtners, der Grabstätten und Friedhofsanlagen bepflanzt und pflegt.

Beim Gemüseanbau geht es sowohl ins Freiland wie ins Treibhaus. Die dazugehörige Technik ist genauso wichtig wie boden- und umweltschonende Kultur- und Pflegemaßnahmen. Auch die Qualitätssicherung bei der Ernte, Lagerung und Vermarktung ist ein wichtiger Teil der Ausbildung.

Die Fachrichtung Obstbau produziert in Anlagen Kern-, Stein- und Beerenobst. Sie legen neue Quartiere an und führen Kultur- und Pflegemaßnahmen bis zur Reife durch. Es schließen sich Lagerung und Vermarktung an. In den Bereichen Stauden und Zierpflanzen geht es ebenfalls ums Kultivieren und Züchten mit allen Aspekten. Die Fachleute kennen die Ansprüche und Vorlieben der Pflanzen und geben ihr Wissen beim Verkauf an Kunden weiter.

Der Garten- und Landschaftsbau spielt sich zu 100 Prozent draußen ab. Der Arbeitsplatz ist die Baustelle beim Kunden. Sie gestalten und pflegen Gärten, Parks, Spiel- und Sportplätze. Die Weiterbildungsmöglichkeiten in allen Fachbereichen sind indes gegeben. Ob Meister, Pflanzenzuchtberater, Techniker oder ein sich anschließendes Fachstudium, alles ist möglich.

Michael Metten von der Firma Metten Stein und Design betonte in seiner Festrede, dass die jungen Gärtner weiterhin bewusste Entscheidungen treffen sollen und dabei immer offen für den Wandel sein sollten.

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