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Liederkranz feiert Jubiläum

Grefrath : Chorjubiläum: 150 Jahre Liederkranz

Der Liederkranz gehört einfach zu Grefrath. Zahlreichen Gästen von nah und fern haben die Sängern viele schöne und entspannte Stunden zu verdanken. Das Motto: Singen hält jung und macht glücklich.

Beschäftigt man sich mit der Grefrather Vergangenheit, stößt man immer wieder auf den Namen  Johannes Horrix. Er war Rektor und später Namensgeber der Katholischen Volksschule, hat den Kirchenchor und das Martinskomiteee gegründet – und den Liederkranz. Das war im Jahre 1869, der Chor wird also jetzt 150 Jahre alt. Gefeiert wird mit einer großen Gala, die am Sonntag 26. Mai, 11 Uhr, in der Albert-Mooren-Halle stattfindet.

Horrix war auch der erste Vorsitzende und Dirigent des Liederkranzes. Es führte den Chor in kurzer Zeit zu beachtlichen Leistungen, schon kurze Zeit nach der Gründung gab es ein erstes Konzert. 1871  weihte man mit einem festlichen Konzert die eigene Fahne ein. 1877 endete die Ära Horrix, er legte sämtliche Ämter nieder. Es folgten einige eher unruhige Jahre  mit schnell wechselnden Chorleitern, bis 1892 Dirigent Kurfürst aus Lobberich dem Liederkranz wieder Kontinuität verschaffte. 1895 kam er bei einem Sängerwettstreit in Duisburg auf den zweiten Platz. Aus Altersgründen legte Kurfürst 1906 seine Tätigkeit nieder. In der Zeit danach wechselten die Dirigenten zwar wieder häufig, der Chor jedoch sang weiterhin auf hohem Niveau.

Der Erste Weltkrieg unterbrach den Höhenflug. Nur 22 Sänger überlebten ihn. Zum 50-jährigen Bestehen gab der Chor jedoch schon wieder mit 42 Stimmen ein Jubiläumskonzert  unter der Leitung von Musikdirektor Paul Havix aus Krefeld. Zu dieser Zeit trat in Grefrath auch ein Quartettverein auf. Der hatte zwar gute Stimmen, aber nur wenige Mitglieder. 1923 schlossen sich beide Chöre unter dem Namen Quartettverein Liederkranz  zusammen. Schnell hatte man mehr als 90 Sänger.  Der damalige Dirigent Franz Bornheim legte größten Wert auf die musikalische Ausbildung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem es auch unter den Sängern wieder viele Opfer gab, trafen sich  im Herbst 1945 auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Johannes Lindackers 16 Mitglieder, um den Chor wieder zu beleben. Ein kleines Konzert folgte bereits im November. Bald darauf besann man sich auf die Operetten-Tradition des Liederkranzes  und führte 1947 „Der wilde Stanislaus“ auf. Es folgten „Rosemarie vom Böhmerwald“ und „Helga, das Fischermädchen“. Danach wurde die Operettenaufführungen  von karnevalistischen Abenden abgelöst.

Seine erste Konzertreise führte den Liederkranz unter dem Dirigenten Werner Marx in die Partnerstadt Frévent.Weitere Auslandsreisen in die Niederlande und nach Österreich machten den Chor im europäischen Raum bekannter. Man blieb aber stets lokal verwurzelt:  Mit Konzerten in Altenheimen und Krankenhäusern der Umgebung brachte der Liederkranz Abwechslung  in den Alltag von Senioren und Patienten. Seit 1978 nimmt eine Gruppe von Sängern beim Karnevalszug als Marinezug teil.

Ein Jahr großer Veränderungen war 1982. Nachfolger von Werner Marx wurde Musikpädagoge Johannes Menskes. Er setzte andere Akzente. Offiziell trat der Liederkranz 1984 den Menskes-Chören bei. Nach viele Probedirigaten und Probenbesuchen  entschied sich der Chor für Hermannjosef Roosen alsNachfolger für Menskes, der  mit fast 80 Jahren zurückgetreten war.

Schon das erste weihnachtliche Konzert  zeigte  die Handschrift des neuen Dirigenten, der ebenfalls großen Wert auf die  musikalische Ausbildung der Sänger legt.

Auf Roosen folgte 2010 der bekennende Niederrheiner Gerd Philips. Er setzte den Akzent auf die vielfältigen Funktionen des gemeinsamen Singens, eine Art eigener Philosophie. Auf ihn folgte 2012 Ralph Hoevels. Unter ihm gelang und gelingt es, die Wurzeln des Chorgesangs  mit modernen Weisen wie „Ich war noch niemals in New York“ zu verbinden.