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Liebfrauenschule Mülhausen: Sommerkurse bauen Defizite ab

Lerncamp in Mülhausen : Liebfrauenschule bietet Lerncamp in den Ferien an

Lernen mit Spaß verbinden: Dieses Ziel hat sich die Liebfrauenschule in Mülhausen gesetzt. Im Feriencamp werden Defizite aus der Corona-Zeit ausgeglichen.

„Mit den Schülerlehrern kann man prima reden.“ Hannes Dreesen hat richtig Bock auf Schule. In den Sommerferien besucht der elfjährige Grefrather das Lerncamp der Liebfrauenschule Mülhausen. Erstmals bietet das Gymnasium Sommerferienkurse an, die vom Land NRW nach dem verheerenden Coronajahr gefördert werden. „Das hilft den Schülerinnen und Schülern, nach der extrem anstrengenden Pandemiezeit wieder Lust auf Schule zu entwickeln und Defizite abzubauen“, sagt Lehrerin Melanie Hermges, die das dreiwöchige Camp mit der früheren Referendarin Romina Kreutz organisiert.

Die Anmeldezahlen für die kostenlosen Sommerferienkurse sind erfreulich hoch, gleich für die erste Lernwoche haben die Eltern von 65 Schülern der Klassen fünf bis zehn ihre Kinder eingeschrieben. Anders als im Regelunterricht unterrichten ältere Schüler die Lerncamp-Teilnehmer. „Das sind Oberstufenschüler, Ehemalige, Referendarinnen oder Lehramtsstudenten“, berichtet Melanie Hermges.

Genau das gibt Hannes den Kick, in lockerer Atmosphäre und auf Augenhöhe in den Ferien in die Welt des Wissens einzutauchen. „Ich will vor allem in Englisch besser werden“, hat sich der Fußballer von Union Nettetal das Ziel gesteckt, demnächst einen Start nach Maß in die anstehende Klasse sechs hinzulegen und neben Sport auch in den Hauptfächern noch bessere Noten zu erreichen. Eine Motivation für Hannes ist auch der stimmige Mix zwischen Lernen und Entspannen. Vormittags steht in Gruppen von acht bis 15 Teilnehmern Unterricht auf dem Stundenplan, nach dem Mittagessen sind es Freizeitaktivitäten. „Das sind beispielsweise Kanufahrten, Kletterpartien oder Kooperationsspiele, um das Gruppengefühl zu stärken“, sagt Michael Klingen. Der erfahrene Erzieher von der Jugendhilfe Schloss Dilborn der ViaNobis leitet mit dem Schulsozialarbeiter Jonas Spinczyk die Erlebniswelt im Freien.

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Die ViaNobis ist Veranstalter der Sommerferienkurse. Während Michael Klingen Hannes und ein paar weiteren Fünftklässlern zeigt, wie man jongliert und einen Diabolo elegant über ein Seil tanzen lässt, lässt Jonas Spinczyk 100 Meter weiter im Liebfrauenpark die Schüler auf zehn übereinander gestapelte Colakästen klettern. Das Seil ist sicher, der Absprung gewagt, für ein paar Sekunden baumeln die Schüler zwischen den hohen Buchen in der Luft. „Das ist toll hier“, atmet die elfjährige Alina Grebin aus Breyell erst mal tief durch nach der aufregenden Kletterpartie. Das Camp besucht sie, um ihrem Berufsziel Architektin näher zu kommen. „Dafür muss ich in Mathe besser werden, das lerne ich hier.“

Die Schülerlehrer heißen im Feriencamp Teamer. Maruleny Filipczyk ist eine dieser 40 Teamer. Die Tönisvorsterin, die gerade ihr Abi an der Liebfrauenschule gemacht hat, begleitet in den Sommerferienkursen die Schüler der Stufen acht bis zehn. Die lateinische Grammatik steht auf dem Programm - deklinieren und konjugieren, bis jede Endung sitzt. „Ich möchte Lehrerin werden und fange jetzt an zu studieren. Da sind diese Sommerferienkurse an meiner Schule eine gute Übung“, sagt die Mexikanerin, die sich auf die Fächer Latein, Spanisch und Biologie spezialisiert. Heute Nachmittag genießt die 18-Jährige erst mal das schöne Sommerferienwetter und jongliert mit Hannes um die Wette

(RP)