Leistungsschau der Manufakturen

Kempen : Reitsport Stübben: Handgemachte Produkte aus ganz Deutschland

Anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Unternehmens ist die „Deutsche Manufaktur-Initiative“ zu Gast an der Heinrich-Horten-Straße. Am Samstag ist Tag der offenen Tür.

Die „Initiative Deutsche Manufakturen“ gründete sich im Jahr 2010, hat heute bundesweit 24 Mitglieder und trifft sich alljährlich zu einer Leistungsschau. Die fand bisher immer in Berlin statt, nun ausnahmsweise in Kempen. Anlass ist das 125-jährige Geschäftsjubiläum von Reitsport Stübben, einem der Gründungsmitglieder der Manufakturen-Initiative.

Dort darf längst nicht jeder Mitglied werden. 60 Prozent der Produkte müssen händisch hergestellt werden, und zwar in Deutschland. Außerdem muss das Unternehmen ein gewisses Standing im Ausland haben. Das gilt beispielsweise für die Welter Manufaktur für Wandunikate aus Berlin. Sie veredelt seit 1985 weltweit die Wände von Privatwohnungen, Hotels und Restaurants, hat auch bereits die Wände bei einer Oscar-Verleihung gestaltet.

Nur in Sedlitz werden noch solche Seidenblumen hergestellt. Foto: heiner Deckers/heiner deckers

Am Freitag bauten die Aussteller noch kräftig auf. Da konnte Ralph Stübben gelassen zuschauen, hat er doch die Geschicke der Firma an die nächste Generation übergeben – an seinem Sohn Johannes und seinen Neffen Jan. Ralph Stübben erklärte den Hintergrund der Initiativen-Gründung, an der er persönlich beteiligt war: „Wir wollten dem hochwertigen Handwerk eine Stimme geben und sein Sprachrohr sein.“ Hintergrund ist aber auch der Fachkräftemangel, der inzwischen auch die „Nischenbetriebe“ erfasst hat. Quereinsteiger haben es besonders dann schwer, wenn es den entsprechenden Ausbildungsberuf nicht mehr gibt. Nur in der Seidenblumenstadt Sednitz im Osten von Sachsen beispielsweise werden Seidenblumen noch in traditioneller Handarbeit hergestellt. Blümeln nennt sich das, früher konnte es als Beruf lernen, heute schon längst nicht mehr.Die Initiative möchte Jugendliche für das hochwertige Handwerk begeistern: „Wir möchten ihnen zeigen, dass es nicht nur eine digitale Welt gibt, sondern nach wie vor auch eine analoge“, sagt Ralph Stübben.

Hochwertige Füller zeigt die Firma Faber-Castell. Foto: heiner deckers

Wer einmal so richtig etwas auf die Ohren haben möchte, sollte dem (digitalen) Audio-System der Manufaktur Burmester aus Berlin lauschen. Mit dabei ist auch die bekannte Firma Faber-Castell, die 1933 gegründet wurde und ihren Hauptsitz im mittelfränkischen Stein hat. Das Unternehmen war bei der Leistungsschau mit ihrem Luxussegment vertreten, mit allerlei edelsten Schreibgeräten. Da wäre beispielsweise ein hochwertiger Füllfederhalter, der mit per Handweberei mit Pferdehaar umhüllt ist. Das ist aber kein billiges Vergnügen.

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