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Kempen: Leichenspürhunde schlugen an

Kempen : Leichenspürhunde schlugen an

Die Mordkommission ist sich ziemlich sicher, die Leiche der seit 1988 vermissten Kempener Studentin Dagmar Knops gefunden zu haben. Zwei Leichenspürhunde haben im Keller der Villa Horten angeschlagen.

Seit genau 20 Jahren wird die 22-jährige Kempener Studentin vermisst. Nach dem Besuch der Gaststätte "Lichtblick" an der Tiefstraße ist sie spurlos verschwunden. Aufgrund eines anonymen Briefes hat die Mordkommission jetzt wieder verstärkt die Ermittlungen aufgenommen (die RP berichtete). Laut Brief soll die Leiche von Dagmar Knops im Keller der Villa Horten, Burgring/Thomasstraße, einbetoniert worden sein. Die Beamten schauten sich daraufhin ausgiebig im Keller um, schalteten Experten wie Archäologen, Rechtsmediziner, Historiker und Brunnenbauer ein. Dann kam man nicht weiter, da das Gebäude inzwischen statische Probleme bereitete.

Daraufhin wurde eine Bodenradaruntersuchung durchgeführt. Ingenieure einer Fachfirma scannten den Keller mit Geo-Radar. Das Ergebnis zeigte eindeutig eine Boden anomalie. Die Mordkommission war guter Dinge, die Leiche der 22-Jährigen endlich gefunden zu haben. Mit Hilfe von Leichenspürhunden sollte nun die genaue Grabungsstelle festgelegt werden.

Unabhängig vom Ergebnis der Geo-Radar-Untersuchung sollten die speziell ausgebildeten Spürhunde die letzte Bestätigung geben: Dagmar Knops liegt an diesem Ort. Von der Fortbildungsstelle Diensthundwesen des Landesamtes für Aus- und Fortbildung Nordrhein-Westfalen in Schloß Holte-Stukenbrock reisten die Hundeführer Ulrich Hitzemann und Achim Wiese mit ihren belgischen Schäferhunden Fanny und Berti an. Mit vor Ort war die Leiterin des Dezernates für Kapitalsachen der Kantonspolizei Bern, Ursula Hirschi. Auch sie arbeitet in der Schweiz mit einem Leichenspürhund. Einen großen Erfolg konnte sie im Juni 2004 verzeichnen, als sie mit ihrem Hund bei der Überführung eines Serienmörders im Kanton Zürich maßgeblich beteiligt war. Sie nutzte jetzt ihre Hospitation in Deutschland, um sich den Einsatz der nordrhein-westfälischen Spürhunde in diesem sehr außergewöhnlichen Fall vor Ort anzuschauen.

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Nacheinander gingen die Leichenspürhunde ans Werk. Beide Tiere zeigten unabhängig voneinander an derselben Stelle im Keller eine Reaktion. Diese Stelle deckt sich auf den Punkt mit der Bodenanomalie, die bereits das Geo-Radar angezeigt hatte. Demnach liegt die Leiche der Kempenerin in einer Betonplatte im Boden, darüber sind eine Mauer und eine Treppe gebaut. Der Leiter der Mordkommission, Ingo Thiel, ist optimistisch: "Wir sind uns jetzt ziemlich sicher, dass wir Dagmar gefunden haben. Jetzt sind Bauexperten gefragt, die uns zeigen können, wie wir die sterblichen Überreste bergen können, ohne die Bausubstanz des Gebäudes zu beeinträchtigen." Weitere Maßnahmen seien schon geplant. Frage des Tages

(RP)