Leer stehendes Haus in St. Hubert wird abgerissen

Bürgermonitor : Schandfleck soll abgerissen werden

Für das seit Jahren leer stehende Avesiers-Haus in St. Hubert gibt es nun neue Pläne. Thomas Brux geht vom Abriss des Schandflecks im Sommer aus. Die Tetra Bau GmbH plant an dieser Stelle drei Einfamilienhäuser.

Seit Jahren sorgt das so genannte Avesiers-Haus in St. Hubert für Unmut. Einst war das Gebäude ein schmuckes Haus, in dem der St. Huberter Schulleiter Heinrich Avesiers lebte. Doch seit Jahren steht es leer. Es hat sich nicht nur zu einem Schandfleck in dem Kempener Stadtteil entwickelt, sondern stellt auch eine Gefahr dar. Das Haus befindet sich in einem desolaten Zustand. Rot-weißes Flatterband sperrt derzeit einen Teil des Bürgersteigs vor dem Gebäude ab. Dahinter ist ein Haus zu sehen, dessen Außenwand sich bereits ein wenig neigt, das Risse in den Wänden hat, mit Platten verkleidete Fenster aufweist und durch dessen Dach es hineinregnet. Ein Bauzaun trennt den verwahrlosten Garten mit diversen Müllablagerungen vom Bürgersteig, wobei ein gelbes Schild darüber informiert, dass das Betreten der Baustelle verboten ist.

„Wenn es denn eine Baustelle wäre“, sagt Ute Holt-Kanitzki mit Blick auf das verwahrloste Gebäude, das direkt an ihr eigenes Haus grenzt. Nachdem die Witwe des früheren Schulleiters 1983 gestorben war, tut sich an dem Haus am Hohenzollernplatz nichts mehr. Es steht leer und verkommt. Wobei es seinerzeit nach Angaben von Ute Holt-Kanitzki durch die Verwandten, die das Haus geerbt hatten, an die Familie Brux verkauft wurde.

Weil das Haus immer mehr und mehr zum Schandfleck wurde, wandten sich die Nachbarn und weitere Bürger an die Stadt Kempen und die Politik. Sogar der SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner und sein damaliger CDU-Kollege Julius Louven schalteten sich ein. „Wir haben Gespräche mit dem Eigentümer und dem Bürgermeister geführt. Es wurde signalisiert, dass man sich an einen Tisch setzen und nach einer Lösung suchen wollte. Aber trotz Nachfragen passierte nichts. Es soll Abstimmungsgespräche gegeben haben, die aber an Unstimmigkeiten scheiterten“, berichtet Schiefner.

Gerade vor dem Hintergrund der Gefahren, die sich beim Sturm vor wenigen Tagen ergaben – vom Hausdach fielen etliche Dachziegel auf den Bürgersteig und die Straße – sieht Schiefner nun dringenden Handlungsbedarf. Zudem werde auch in St. Hubert neuer Wohnraum benötigt.

„Aber selbst ein bereinigtes Grundstück wäre eine Lösung“, so der Politiker. Etwas, dem sich Steffi Beyss von der Kempener CDU anschließen kann. „Das Avesiers-Haus steht in meinem Wahlkreis. Aber der Politik sind die Hände gebunden. Die Stadt kann nur einschreiten, wenn Gefahr im Verzug ist. Erst dann kann sie auf den Eigentümer einwirken und Maßnahmen der Gebäudesicherung fordern, wie es jetzt nach dem Sturm der Fall war, um das Dach zu sichern“, sagt Beyss, die sich wie viele St. Huberter ebenfalls über den Schandfleck aufregt. Der desolate Zustand des Haues sei nicht mehr tragbar, meint auch ihre CDU-Kollegin Heike Höltken.

Nun ist eine Problemlösung in Sicht. „Wir werden das Haus abreißen. An seiner Stelle entstehen drei Einfamilienhäuser. Wir schließen die Baulücke komplett. Im Somme soll der Abriss des Avesiers-Hauses erfolgen“, sagt Thomas Brux, Inhaber der Tetra Bau GmbH.

Gebaut werden sollen zweigeschossige Häuser mit einem ausgebauten Dachgeschoss. First, Dachneigung und Tiefe orientieren sich am rechten Nachbarhaus. Stellplätze entstehen auf dem rückwärtigen Grundstück. Laut Brux wäre es schon früher zu einer Bebauung gekommen. Diese sei seinerzeit allerdings an den Stellplätzen gescheitert. Die Pressestelle der Stadt Kempen bestätigte, dass dem Eigentümer eine Abrissgenehmigung für das Avesiers-Haus vorliegt und er bereits angekündigt hat, dass ein Bauantrag für einen Wohnkomplex gestellt werden würde.

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