Kempen: Leckere Früchtchen

Kempen: Leckere Früchtchen

Rote Früchtchen unter Glas: Beim St. Huberter Landwirt Karl Goetzens wachsen die Erdbeeren in großen Treibhäusern. Noch wenige Wochen, dann ist die Saison dieser Kulturen vorbei.

St. Hubert Es duftet nach Erdbeeren. Der Geruch der roten Früchte liegt in der Luft der gigantischen Treibhäuser. Tausende von Pflanzen, alle gehören der Sorte Elsanta an, hängen in den Rinnen, die rechts und links des Weges abgehen. "Pro laufendem Meter stehen 2,85 Töpfe mit Erdbeeren, wenn man es ganz genau nimmt", schmunzelt Karl Goetzens und blickt entlang der 50 Meter langen und gut 20 Zentimeter breiten Rinnen, die in rund 1,10 Meter Höhe in der Luft hängen.

Gesteuert per Computer

"Bei uns kann man beim Pflücken von der Leiter fallen", scherzt der St. Huberter Landwirt. Eine Leiter ist aber beileibe nicht nötig. Wenn in den Erdbeertreibhäusern die Hochsaison eingesetzt hat, pflücken die 22 Mitarbeiter die süßen Früchtchen bequem im Stehen. Auf 11,2 Hektar baut Goetzens Erdbeeren unter Glas an. Per Computer steuert er die Klimaführung, gibt die benötigte Feuchtigkeit dazu und reguliert die Nährlösungen für die Pflanzen.

Rund 145 000 Erdbeerpflanzen stehen in seinen Häusern, zwei Mal im Jahr wird geerntet wird. "Im August setzen wir die neuen, ein Jahr alten Pflanzen. Die erste Ernte erfolgt von Anfang Oktober bis Ende Dezember, wobei diese Ernte komplett in den Handel geht. Der Verbraucher möchte die frühe Erdbeere im Frühjahr, aber die verlängerte Erdbeere im Herbst läuft nicht", berichtet der Landwirt. Es folgt die Winterpause, und ab Anfang Februar heizt der St. Huberter die Treibhäuser erneut an. Die Energie kommt aus den hauseigenen Blockheizkraftwerken. Die zweite Ernte erfolgt von Anfang April bis Ende Juni. "Das ist auch unsere ergiebigste. Im Herbst sind es rund 30 Blüten pro Pflanze, im Frühjahr dagegen 60. Entsprechend gibt es Früchte."

Wenn alles optimal verläuft, können in dieser Hauptsaison acht Kilogramm Erdbeeren pro Quadratmeter Glas geerntet werden. In Sachen Befruchtung setzt der Landwirt auf Hummeln. Pro 1000 Quadratmeter Fläche ist ein Hummelvolk, das aus rund 70 bis 100 Tieren besteht, im Einsatz. "Ich hatte auch schon mal Bienen dabei. Aber die haben einen Nachteil. Wenn etwas dunkleres Wetter herrscht, sind sie nicht so aktiv. Die Hummeln schon. Daher gebe ich den dicken Brummern den Vortritt", erzählt Goetzens.

Zufrieden mit der Saison

Auch wenn der Ertrag in diesem Jahr etwas niedriger war, die dunkle Märzphase hat 15 bis 20 Prozent des Ertrages gekostet, so ist Goetzens mit der Saison zufrieden. "Es ist nach drei Jahren mal wieder eine gute Saison. Die spanischen Erdbeeren kamen wegen Regenschäden nicht auf den Markt, und auch das Freiland hinkt gut zehn Tage hinterher. Das macht unsere Erdbeeren begehrter", verrät er. Der Preis liegt dabei zur Zeit für 500 Gramm bei 2 bis 2,50 Euro.

(RP)
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