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Laumann möchte mehr Impfstoff für Grenzregionen

Corona im Kreis Viersen : Laumann möchte mehr Impfstoff für Grenzregionen

In einem eindringlichen Appell hatten sich die Spitzen mehrere Kreise aus der Grenzregion an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann gewandt. Als Kreis in der Grenzregion sei der Kreis Viersen in einer besonderen Situation, erklärte Landrat Andreas Coenen.

Der Kreis Viersen darf sich Hoffnungen auf zusätzlichen Impfstoff machen. Das Land Nordrhein-Westfalen möchte zusätzliche Impfdosen zur Versorgung der Bevölkerung, die an Corona-Hotspots im Ausland grenzen. In Frage komme die Grenzregion zu den Niederlanden, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf. Das sei das Gebiet von Borken im Münsterland bis nach Heinsberg. Es gebe auch eine gemeinsame Koordinationsstelle zwischen NRW und den Niederlanden.

Zunächst aber müsse die Verteilung der von der EU zugesagten zusätzlichen vier Millionen Impfdosen für Grenzregionen geklärt werden, sagte Laumann. Klar sei, dass NRW keinen Impfstoff aus den Impfzentren abziehen werde.

In den Niederlanden wurden pro 100.000 Einwohner zuletzt etwa 160 Infektionen in einer Woche registriert. Im Kreis Viersen stieg die Zahl der neuen bestätigten Fälle in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner am Freitag von 56 auf 64.

Mit einem eindringlichen Appell hatten sich am Dienstag die Spitzen der Kreise Borken, Euskirchen, Heinsberg, Kleve und Viersen sowie der Städteregion Aachen an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Landesgesundheitsminister Laumann gewandt und auf die besondere Lage der Region an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden hingewiesen. Dort bewegen sich die Inzidenzwerte seit Wochen auf einem viel höheren Niveau als in Deutschland. Deshalb forderten sie vom Land zusätzliche Impfdosen. „Wir befinden uns als Kreis in der Grenzregion in einer besonderen Situation. Dem ist durch ein erhöhtes Kontingent an Impfstoff Rechnung zu tragen“, erklärte Andreas Coenen (CDU), Landrat des Kreises Viersen.

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In ihrer Begründung führten die Spitzen der Kreise und der Städteregion Aachen an, dass es seit Beginn der Pandemie politischer Wille von Bund und Land sei, die Grenzen zu den Niederlanden und Belgien offen zu halten. Diese Entscheidung habe jedoch auch Konsequenzen für die im Grenzraum lebenden Bürger. Nicht zuletzt aufgrund des stets deutlich höheren Infektionsgeschehens in den Niederlanden und in Belgien wiesen die deutschen Grenzkreise höhere Inzidenzwerte als strukturell vergleichbare Kreise im Landesinneren auf.

„Den Kreisen entlang der Grenze kommt zweifelsohne eine besondere Pufferfunktion zu“, erklärten die Landräte der Kreise Borken, Euskirchen, Heinsberg, Kleve und Viersen sowie Tim Grüttemeier für die Städteregion Aachen. „In dem Maße, in dem zunehmend Teile der Bevölkerung geimpft werden, die in Regionen mit erhöhten Inzidenzwerten leben, wirkt das Impfen sofort stärker der Ausbreitung des Virus entgegen. Insofern liegt ein schnelles und umfangreiches Impfen in den Grenzregionen im gesamten Landesinteresse.“ Das gelte umso mehr, weil andere benachbarte Regionen zusätzliche Lockerungen per Allgemeinverfügung mit Zustimmung des Landesgesundheitsministeriums möglich machten oder planten.

(biro/dpa)