Gemeinde Grefrath: Latein - das ist Simons Sprache

Gemeinde Grefrath : Latein - das ist Simons Sprache

Das Lieblingsfach von Simon König ist Latein. Er ist der erste Schüler der Liebfrauenschule Mülhausen, der ein Lateinstipendium in Rom gewonnen hat.

Gestern begann für Simon König eine spannende Woche. Der 16-jährige Schüler der Liebfrauenschule Mülhausen fliegt für eine Woche nach Italien. Dort ist allerdings nicht Sightseeing angesagt, sondern lernen. Simon hat nämlich ein Stipendium bei der "Stiftung politische und christliche Jugendbildung" gewonnen und besucht für eine Woche die Lateinakademie "Libertas et conscientia" in Rocca di Papa bei Rom. "Er ist der erste Schüler unseres Gymnasiums, der an sich bei der Stiftung beworben hat, denn bislang hatten wir noch keinen Schüler, der so überragend gut in Latein war, dass eine Bewerbung Erfolgsaussichten gehabt hätte", freut sich Lateinlehrer Dr. Thomas Kroppen.

Er war es auch, der seinen Lateinschüler auf die Ausschreibung aufmerksam machte, wobei es eine Bewerbung in letzter Sekunde war. Zwei Tage vor Einsendeschluss schickte der Gymnasiast seine Unterlagen per Einschreiben los. "Ich wollte mir telefonisch bestätigen lassen, dass die Bewerbung eingegangen war und musste erfahren, dass dies nicht der Fall war", erinnert sich Simon. Da er von allen Unterlagen Kopien gemacht hatte, scannte er diese ein und schickte das Ganze nochmals per Mail los. Zwar kam seine Post auch noch an, allerdings später als die Mail.

Mit der Bewerbung hatte sich Simon viel Arbeit gemacht. "Ich habe einen Teil auf Lateinisch geschrieben und Empfehlungsschreiben von Dr. Kroppen, unserem Schulleiter Lothar Josten und der Pfarrgemeinde, in der ich aktiv bin, beigelegt. Die Stiftung legt nämlich neben guten Noten auch Wert auf ein soziales Engagement", berichtet Simon.

Der Leuther ist seit dem dritten Schuljahr Messdiener und seit neun Jahren im Pfarrorchester aktiv, wo er Schlagzeug spielt. Latein lernt Simon bereits seit der sechsten Klasse. Die Entscheidung, ob er Latein oder Französisch als zweite Fremdsprache nehmen sollte, stellte ihn in der sechsten Klasse vor keine schwere Entscheidung. Die Schüler konnten je eine Schnupperstunde in der jeweiligen Sprache absolvieren. "Als Dr. Kroppen den ersten lateinischen Satz an die Tafel schrieb, hat es bei mir gefunkt. Ich wusste sofort, das ist es. Das ist meine Sprache", erinnert sich Simon. Sein Gefühl trog ihn nicht. Aus seiner Begeisterung für die Sprache entwickelte sich eine regelrechte Leidenschaft.

Die Schulgrammatik reichte Simon schon bald nicht mehr. Er wollte mehr wissen und tiefer in die Materie eindringen. Von Kroppen lieh er sich Bücher, die sein Lehrer einst für sein eigenes Lateinstudium nutzte. Lateinische Texte ins Deutsche übersetzen macht Simon einfach Spaß und das über den Unterricht hinaus. Der Gymnasiast liest in seiner Freizeit aber nicht nur zusätzlich lateinische Texte, sondern übersetzt auch deutsche Texte ins Lateinische. Etwas, dass im Schulunterricht dieses Faches nicht gemacht wird. Hier wird nämlich nur in eine Richtung übersetzt. "Simon hat oft Fragen über den Unterricht hinaus, die ich ihm immer wieder gerne beantworte", freut sich Kroppen über die Begeisterung des Schülers.

Als jetzt die Bestätigung kam, dass Simon einen der 20 Stipendiumsplätze bekommen hat und das aus Hunderten von Bewerbungen, die aus ganz Deutschland eingingen, strahlte so neben Simon auch Kroppen. In der Akademie wird der christliche Philosoph Thomas von Aquin im Mittelpunkt der Vorlesungen und Workshops stehen, wobei die gemeinsame Sprache in Italien englisch sein wird. Das dürfte für Simon aber auch kein Problem darstellen, da er auch in diesem Fall als Note ein sehr gut aufweisen kann.

(tref)