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Landwirtschaftsministerin Klöckner übergibt Förderbescheid in Tönisberg

Landwirtschaftsministerinnen in Tönisberg : Julia Klöckner übergibt Förderbescheid in Tönisberg

Julia Klöckner stattete Tönisberg einen Besuch ab. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft überreichte auf dem Hof der Familie Hoenmanns-Leurs einen Förderbescheid über mehrere Millionen Euro an die Landwirtschaftskammer NRW.

Für einige Stunden rückte am Donnerstag der Tönisberger Hof der Familie Hoenmanns-Leurs in den Mittelpunkt der Landwirtschaft in NRW. Dort fiel der Startschuss für mehr Tierwohl in der Landwirtschaft, was die Sauenhaltung betrifft. Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, übergab zusammen mit der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser einen Förderbescheid über 2,3 Millionen Euro an die nordrhein-westfälische Landwirtschaftskammer.

Unter dem Namen „Zissau“ sollen zukunftsfähige und innovative Stallkonzepte für Sauen und Ferkel umgesetzt werden. Wie das aussieht, präsentiert der Tönisberger Hof seit Oktober dieses Jahres. Johannes Hoenmanns-Leurs und sein Sohn Florian haben ihren Betrieb, in dem es Sauenhaltung und Mastschweine sowie Ackerbau gibt, bereits nach der aktuellen Nutztierhaltungsverordnung umgebaut. „Wir sind 2017 mit einem Immissionsgutachten gestartet und haben überlegt, wie wir die Fläche am besten verwerten können. Der Bauantrag stand, musste dann aber im Januar 2019 nochmals neu gestellt werden, da wir die neuen Verordnungen, die seinerzeit herauskamen, direkt mit haben einfließen lassen und daher die Ställe größer wurden“, berichtet Johannes Hoenmanns-Leurs.

Diesen Vorbildstall mit Bewegungsbuchten für den Abferkelstall, generell einer höheren Quadratmeterzahl für die Tiere und Gruppenhaltung von jeweils acht Sauen mit Ferkel wählte Julia Klöckner als Ort aus, um den Förderbescheid an die Landwirtschaftskammer NRW zu übergeben. Mit dem Geld soll unter anderem der Schweinestall des Versuchs- und Bildungszentrums der Landwirtschaft, Haus Düsse, umgebaut werden. Damit soll konkret gezeigt werden, wie mehr Tierwohl im Stall umgesetzt werden kann.

Das Projekt Zissau ergänzt das im Rahmen der nachhaltigen Nutztierhaltungsstrategie Nordrhein-Westfalen geplante Projekt „Stall der Zukunft". Hierbei sollen, mit finanzieller Unterstützung des Landes und umgesetzt durch die Landwirtschaftskammer, neue Stallkonzepte möglichst praxisnah erprobt werden. Bis 2022 sollen Stallneubauten zunächst für die Schweinehaltung entstehen, die innovative Haltungsverfahren aufzeigen. Das Projekt „Zissau“ flankiert dabei ein 300-Millionen-Euro-Stallumbauprogramm des Ministeriums. „Mehr Platz im Stall, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten, mehr Auslauf oder Frischluft. Ich will Haltungsbedingungen, die sich am Wohl der Tiere orientieren, nicht umgekehrt. Deshalb stellen wir eine Rekordsumme von 300 Millionen Euro für ein Stallumbauprogramm zur Verfügung“, sagte Klöckner.

Förderanträge können die sauenhaltenden Betriebe unter www.ble.de/stallumbau stellen. Die Höchstgrenze der jeweiligen Förderung liegt bei 500.000 Euro je Betrieb und Investitionsvorhaben. Das Bauvorhaben darf nicht mit einer Vergrößerung des Tierbestandes verbunden sein.