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Stadt Kempen: Landwirte blicken mit Sorge auf den Milchpreis

Stadt Kempen : Landwirte blicken mit Sorge auf den Milchpreis

Bei der Generalversammlung des Kreisrinderzuchtvereins im TZN wurden etliche Züchter ausgezeichnet.

Mit Sorge blicken die heimischen Landwirte auf die Entwicklung der Milchpreise. Nach dem katastrophalen Jahr 2016 und einer Stabilisierung 2017 zeichnet sich erneut eine Tendenz zu fallenden Milchpreisen ab. Das machte Tierzuchtberater Theo Lenzen bei der Generalversammlung des Kreisrinderzuchtvereins Viersen-Krefeld-Reviergroßstädte deutlich. Erstmals tagte das Gremium mit rund 70 Teilnehmern im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) in Kempen.

131 Milchviehbetriebe zählt der Kreisrinderzuchtverein. Im Schnitt hält jeder Betrieb 110 Kühe - Tendenz zunehmend. Das hängt auch damit zusammen, dass die Lebenserwartung der Kühe steigt. "Der Kuhkomfort nimmt zu, und damit steigt auch die Lebenserwartung der Tiere", so Tierzuchtberater Lenzen. Somit verbessert sich auch die Milchleistung der Kühe. Die magische Grenze liegt bei 100.000 Litern Milch als Lebensleistung - das Ziel vieler Züchter.

Dieses Ziel erreichten im vergangenen Jahr 31 Kühe, und dafür wurden ihre Besitzer bei der Generalversammlung ausgezeichnet. Gleich vier Kühe vom Betrieb Heinrich Driehsen (Tönisvorst) schafften diese Leistung - rekordverdächtig. Weitere Urkunden von der Rinder-Union-West für 100.000 Liter Lebensleistung erhielten die Betriebe Michael Baaken, GbR Wolfers, Franz-Josef Giebelen, Karl-Heinz Strötges (alle Nettetal), Heinz Hubert Warder (Viersen), Peter Radmacher und GbR Steves (beide Willich), Hannen KG (Tönisvorst) sowie Reiner Geurden (Krefeld).

Eine Silbermedaille der Landwirtschaftskammer NRW erhielt Peter Thönes aus Grefrath. Er erhielt zudem wie auch Heinz Hubert Warder und Stefan Erkes (beide Viersen) Christoph Tenhaef (Grefrath), GbR Steves (Willich), GbR Dahmen und Heinrich Driehsen (beide Tönisvorst) sowie GbR Wolfers (Nettetal) einen Ehrenpreis des Kreisrinderzuchtvereins Viersen-Krefeld für hohe Leistung und besondere Qualität. Bei den Wahlen zum Vorstand wurden Heinz-Willi Bongartz und Thomas Hannen wiedergewählt.

Auf viel Interesse stieß der Vortrag von Hartwig Meinikmann von der Rinder-Union-West, der über die Rinderzucht 4.0 referierte. Er stellte das Projekt "Kuhvision" vor, an dem 500 Betriebe aus dem ganzen Bundesgebiet teilnehmen. Derzeit sind fünf Betriebe aus dem Kreis Viersen beteiligt, weitere sollen hinzukommen. Ziel dieses Projektes ist es, gesündere Kühe zu züchten, die weniger gesundheitsanfällig und Stress stabiler sind.

Die Geschäftsführung des Kreisrinderzuchtvereins übernimmt seit vielen Jahren die Tierzuchtberatung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Viersen.

(RP)