Landschaftsverband eröffnet Tagesklinik im Gesundheitszentrum

LVR : Landschaftsverband eröffnet Tagesklinik im Gesundheitszentrum

Um psychisch kranke Patienten wohnortnah betreuen zu können, hat die LVR-Klinik Viersen in Kempen eine neue Anlaufstelle eingerichtet.

Die neue Tagesklinik hat ihren Betrieb bereits Anfang November aufgenommen. Seit zwei Wochen werden in der zweiten Etage des neuen Gesundheitszentrums an der Von-Broichhausen-Allee 1 psychisch kranke Patienten teilstationär von Teams aus Fachärzten und Therapeuten betreut. Voraussichtlich im Januar startet auch der Ambulanzbetrieb der Einrichtung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Am Montag wurde die Tagesklinik mit einer Feierstunde offiziell eröffnet.

Die Einrichtung ist Teil der LVR-Klinik Viersen, die im Johannistal in Süchteln beheimatet ist. Sie ist nach der Klinik an der Oberrahser Straße in Viersen die zweite Anlaufstelle für psychisch kranke Patienten außerhalb des Süchtelner Klinikgeländes. Eine dritte entsteht derzeit in Lobberich unmittelbar am dortigen Krankenhaus. Diese soll Anfang 2019 ihren Betrieb aufnehmen.

Wie wichtig dem LVR die neue Tagesklinik in Kempen ist, machte LVR-Gesundheitsdezernentin Martina Wenzel-Jankowski deutlich: Tagesklinische und ambulanten Behandlung im Lebensumfeld der Patienten, in ihrer Stadt oder Gemeinde, leisteten „einen wichtigen Beitrag für flexible und sektorenübergreifende Behandlungsprozesse“, sagte sie. Die Erfahrung zeigt nach Ansicht der Experten, dass diejenigen Patienten, die nicht stationär betreut werden müssen, von der wohnortnahen Behandlung besonders profitieren können. Sie bleiben in ihrem gewohnten Lebensumfeld, die oft belastende Klinikatmosphäre bleibt ihren erspart. Zudem könnten die Patienten „fortlaufend überprüfen, ob ihnen die Therapie tatsächlich im Alltag weiterhilft“, so Dr. Tarik Ugur, Chefarzt der Abteilung für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie der LVR-Klinik Viersen und ärztlicher Leiter der Tagesklinik Kempen. Gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Hanna Monheimius führt der Psychiater ein Team aus Ärztinnen, Psychologin, Pflege- und Erziehungsdienst, Sozialdienst, Ergo- und Bewegungstherapeutinnen. In der Tagesklinik mit 20 teilstationären Plätzen sowie einer allgemeinpsychiatrischen Ambulanz sollen künftig vorwiegend Patienten behandelt werden, die unter depressiven Erkrankungen und Burn-out-Syndromen, Psychosen, Erschöpfungszuständen, Angsterkrankungen oder psychosomatischen Störungen leiden. Die Patienten sind in der Regel zwischen 7.30 und 16 Uhr in der Klinik, sie kehren danach nach Hause zurück.

Ein Baustein der Therapie ist die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Hospital zum Heiligen Geist. Hier hat die LVR-Klinik bislang einen so genannten Konsildienst angeboten, künftig soll es gegenseitige Konsildienste geben. Die Artemed-Gruppe als Betreiber des Kempener Krankenhauses hatte auf dem Gelände des ehemaligen Personalwohnheimes und der Verwaltung des Hospitals das neue Gesundheitszentrum errichtet.

Neben Vertretern der Landschaftsversammlung Rheinland und speziell des zuständigen Krankenhausausschusses 3 war auch Kempens Bürgermeister Volker Rübo bei der Eröffnung. Auch er würdigte das Engagement des LVR und von Artemed bei der Errichtung des neuen Gesundheitszentrums in der Kempener Innenstadt.