Kunsthandwerkermarkt im Kempener Kramermuseum 2019

Kempen : Kunsthandwerk lockt viele Besucher an

Im Kempener Kramer-Museum gab es ein buntes Spektrum zu sehen. Die Gäste nutzten die Gelegenheit auch, um mit den Künstlern und Kunsthandwerkern ins Gespräch zu kommen.

Schon zum neunten Mal präsentierte das Kramer-Museum ein Wochenende voller Kunsthandwerk vom Feinsten. Kuratorin Doris Morawietz gelingt es immer wieder, eine gute Mischung zusammenzustellen. Das geht dann vom eher handfesten Schmiedehandwerk über Malerei bis hin zu filigranem Schmuck. Gleich zu Beginn wurde man mit einer faszinierenden Kombination von kaltem Stahl und sanftem Holz begrüßt. Unwillkürlich zog das viele Besucher an. Lutz Schriefers verknüpft diese scheinbar nicht zusammenpassenden Elemente zu schönen Schalen und Kunstobjekten. Ein Stück weiter gab es passenderweise in der Klosterküche kunstvolle handgemachte Messer von Bernhard Schedalke.

Ging man weiter im Kreuzgang, wurde es passend zur Jahreszeit österlich. Monika Lennartz ist eine der immer wieder gern im Museum gesehenen Kunstsammlerinnen. Sie bot sowohl klassischen Osterschmuck als auch moderne Varianten an. Umlagert war der Stand von Heike Marks, die die traditionelle ukrainische Batiktechnik der Pysanky-Eier zeigte. Vom Färben der Eier bis hin zum fertig verzierten Ei braucht es lange Zeit, weil es viele einzelne Arbeitsschritte sind. Ebenfalls aus dem osteuropäischen Raum kommen die sorbischen Ostereier in Wachsreserve- und Bossiertechnik der Damen Kirchenbüchler. In der Paterskirche wurden die passenden, individuell gefertigten Kerzen von Marlies Birk bewundert.

Ganz viel Textiles wurde auch präsentiert. Hüte und Mützen ideenreich gestaltet, Taschen oder Kleidung, Schmuck und Objekte aus Filz. Bei Gertrud Mertens konnte man Märchenwendepuppen finden. Diese können mit einer einfachen Wendetechnik gleich mehrere Figuren einer Geschichte zum Leben erwecken. Ebenso gab es handbedrucke Tischwäsche mit filigranen Frühlingsmustern bei Brigitte Schmidtke. Gerne erläuterte sie die Technik des Stempeldrucks. Fantasievolle Knöpfe zaubert Cornelia Salentin aus Zwirn.

Schmuck war ein großes Thema. Susanne Nauels von der Goldschmiede Ewert hatte ausgefallene Schmuckstücke aus Gold und Silber mit Farbsteinen mitgebracht. Diese schimmerten im Sonnenlicht, das durch die Fenster der Paterskirche kam, so richtig. Gleiches sah man auch bei den Glasobjekten von Harald Harrer. Melanie Müller hat Knöpfe als Material für ihren Schmuck entdeckt. Da glänzt eine Kette aus Perlmuttknöpfen, oder eine schöne Brosche wird zu einem Einzelstück. Eine schöne Art des Recycelns, meinte eine Besucherin. Etwas handfester, aber trotzdem eine Entdeckungsreise wert waren die vielen Keramikobjekte. Da scheint Licht durch fragile Lichtobjekte bei Beate Begovic oder auch bei Gitta Radtke, die dafür feines Porzellan verwendet. Möbelrestaurator Matthias Sandmann, der schon zahlreiche Objekte im Museum restauriert hat, musste viele Fragen beantworten. Nebenan erklangen durchdringende Töne. Dhara Reisner hatte handgemachte Bambusflöten mitgebracht und entlockte ihnen die Sphärenklänge. Ebenfalls ganz filigranes Handwerk waren die Werke der vielen Papierkünstler. Anziehungspunkt war hier Klaus Viehmann mit seiner selten gewordenen Kunst des Briefemalers.

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