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Kulturforum Franziskanerkloster Kempen: Ende der Dauerbaustelle in Sicht

Franziskanerkloster Kempen : Kulturforum: Ende der Baustelle in Sicht

Auch wenn das Kempener Kulturforum Franziskanerkloster derzeit für Besucher wegen der Corona-Pandemie geschlossen ist, wird im Kulturamt schon am Programm für die nächste Zeit gearbeitet. Der Kreuzgang soll bald fertig sein.

Elisabeth Friese ist zuversichtlich, dass die Dauerbaustelle Kulturforum jetzt endlich bald der Vergangenheit angehört. Seit etwa vier Jahren wird konzeptionell daran gearbeitet, den Kreuzgang des ehemaligen Franziskanerklosters zu renovieren und neu zu gestalten. Der Kreuzgang ist Teil des städtischen Kramer-Museums, das über die Grenzen der Stadt ein hohes Ansehen genießt. Mit der Renovierung sei man nun sozusagen auf der Zielgeraden, sagt die Kempener Kulturreferentin und Museumsleiterin.

Die Renovierung zog sich hin, weil erst zu Beginn der Arbeiten am historischen Gemäuer klar war, dass alles viel aufwändiger werden würde als gedacht. Die letzte große Renovierung war in den 1980er-Jahren vorgenommen worden. Aber auch damals war man nicht so gründlich vorgegangen wie es heute Standard ist. Vor allem in Sachen Brandschutz musste nun nachgerüstet werden, die Notbeleuchtung ist komplett neu. Ein neues Lichtkonzept soll die Ausstellungsstücke in den Wandelgängen besser zur Geltung bringen.

Dafür mussten neue Stromanschlüsse gelegt werden. Und wie das bei alten Gebäuden nun mal so ist: Wenn man irgendwo eine Wand aufschlägt, kommt es schon mal vor, dass es mit der Verlegung eines neuen Stromkabels oder einer neuen Steckdose nicht getan ist. So war es auch, als die Handwerker im Kreuzgang mit ihren Arbeiten begannen. Das Ergebnis: Die gesamte Elektroinstallation musste erneuert werden. Dafür wurden jede Menge Schlitze geschlagen.

Inzwischen ist alles erneuert. Die Ausleuchtung des Kreuzgangs mit modernster LED-Technik ist fertig, die Wände wurden im vergangenen Jahr verputzt und gestrichen. Die neuen schmalen Leuchtbänder, die auf den Kapitellen und zwischen den Bögen der Gewölbe installiert wurden, dienen auch als Notbeleuchtung.

Derzeit laufen die Arbeiten in den Außenräumen des Museums, konkret im so genannten Uhrensaal und im Sommerrefektorium. Auch dort soll es eine neue Beleuchtung geben. „Das wird am Ende eine tolle Veränderung in der Wahrnehmung der Objekte ergeben“, sagt Elisabeth Friese. Das neue Lichtkonzept wurde mit Fördermitteln des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) finanziert. Für die technische Ausstattung des Kreuzgangs mit Vitrinen, Beschriftungstafeln und Podesten sowie Spezialbeleuchtung hat die Stadt einen weiteren Antrag auf Fördermittel beim LVR gestellt. Kulturamtsleiterin Elisabeth Friese hofft, dass auch dieser Antrag bald bewilligt wird.

Konzeptionell arbeitet das Kulturamt an einer neuen Präsentation der Ausstellungsstücke des Kramer-Museums. Auch diese Arbeiten waren wegen der aufwändigeren Renovierung zeitweise ins Stocken geraten. „Die Auswahl der Objekte, die wir für die Darstellung der Stadtgeschichte Kempens zeigen wollen, ist weit fortgeschritten“, sagt Elisabeth Friese jetzt. Man brauche nun „noch einen Innenarchitekten oder Designer, der ein einheitliches Erscheinungsbild entwickelt“.

Was das aktuelle Ausstellungsprogramm betrifft, so war die kleine Schau „Barocke Klosterarbeiten – Ein Fenster zum Paradies“ bereits fertig zusammengestellt. Sie sollte in der ehemaligen Klosterpforte präsentiert werden. Die Einladungen zur Ausstellungseröffnung – sie war für den 22. März geplant – waren schon verschickt, als die Corona-Pandemie die Eröffnungsveranstaltung ausfallen ließ. Die Ausstellung liegt nun für Besucher vorerst auf Eis. Der „Blick ins Paradies“ soll dem Museumsbesucher zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht werden. „Wir werden die Ausstellung eben später zeigen“, sagt Museumschefin Elisabeth Friese.

Die Besucher dürfen gespannt sein auf die Schau. Gezeigt werden soll ein breites Spektrum barocker Klosterarbeiten. Dies können sowohl aus schlichterem Material gefertigte Bilder und Kästchen der Volksfrömmigkeit sein als auch kostbar gestaltete Andachtsbilder und Reliquienschreine der Klöster und Kirchen. Die Ausstellungsstücke stammen zu einem Teil aus den Beständen des Kramer-Museums. Den anderen Teil hat die Sammlerin Monika Lennartz beigesteuert. Museumsmitarbeiterin Doris Morawietz hatte das Ziel der Ausstellung in der Ankündigung im März so formuliert: „Die Schau soll einen Beitrag gegen das Vergessen der Volksfrömmigkeit leisten und den Blick der Besucher auf althergebrachte religiöse Volkskunst schärfen.“ Die Besucher können sich also auf eine interessante Ausstellung freuen, wenn sie nach dem Ende der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie im Museum eröffnet wird.

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