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Kreuzung Hochstraße/Mühlengasse in Oedt als Schulweg gefährlich

Oedt : Kreuzung Grundschule: Kinder in Gefahr

Trotz der Ampel stellt sich die Querung der Hochstraße im Bereich der Mühlengasse in Oedt insbesondere für Kinder als gefährlich dar. In der Kreuzung befindliche Autofahrer missachten das Grün der Fußgänger.

Wenn Marco Gorgs an die vergangene Woche zurückdenkt, dann jagt ihm noch immer ein Schauer über den Körper. Der Vater gehört zu einer Gruppe von Eltern, die abwechselnd ihre Kinder am Morgen zur Oedter Grundschule begleiten. Der Schulweg führt dabei über die Ampel an der Hochstraße/Ecke Mühlengasse. „Wir Fußgänger hatten Grün und gingen los. Wenn ich die Kinder dann aber nicht an Kapuzen und Rücksäcken zurückgerissen hätte, wäre es zu einem Unfall mit einem Pkw gekommen. Das war haarscharf“, berichtet der Oedter und fügt an, dass diese Situation leider nicht die erste ihrer Art gewesen sei.

Das Problem liegt an den Autofahrern, die sich nicht an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten. Wer auf der Hochstraße in Richtung Grefrath unterwegs ist, kann bei Grün problemlos geradeaus fahren. Ist allerdings ein Linksabbieger davor, kommt es zu einem Rückstau, da es keine separate Linksabbiegerspur gibt. Der Linksabbieger muss den aus Grefrath kommenden Verkehr abwarten, um in die Mühlengasse einbiegen zu können. Das ist in den verkehrsreichen Zeiten in den Morgen- und späten Nachmittagsstunden in der Regel erst der Fall, wenn die Ampeln auf der Hochstraße schon wieder Rot zeigen. Der Linksabbieger biegt ab, dann wird es problematisch. Die Autofahrer hinter einem solchen Abbieger warten nämlich nicht vor der Lichtzeichen­anlage, wie es vorgeschrieben ist. Vielmehr stehen sie direkt hinter einem abbiegenden Fahrzeug in der Kreuzung und können die Ampel gar nicht mehr sehen, da sie hinter ihnen liegt.

Macht der Linksabbieger die Kreuzung frei, hätten die hinter ihm stehenden Fahrzeuge eigentlich schon wieder Rot. Da sie sich aber mitten in dem Kreuzungsbereich befinden, geben sie Gas und fahren in Richtung Grefrath weiter. Dass die Fußgänger, die die Hochstraße queren möchten, aber in diesem Augenblick Grün haben, bedenken sie nicht. „Die Autofahrer fahren einfach los. Dass Fußgänger auf der Straße sind, die Grün haben, interessiert sie nicht“, sagt Marco Gorgs. Nach etlichen gefährlichen Situationen hat der Vater sich nun an die Gemeinde Grefrath, die Polizei, die Politik und die RP gewandt. Er wünscht sich eine Lösung für die Lichtzeichenanlage, um diese Situation zu entschärfen.

Schon 2014 war die Anlage in den Focus gerückt. Damals wurde ein sogenannter Schutzblinker angebracht, der die Linksabbieger von der Hochstraße in die Mühlengasse an die Fußgänger erinnert, die im gleichen Moment die Mühlengasse queren wie der dort einbiegende Linksabbieger. Vom 1. Januar 2015 bis zum heutigen Tag gab es an der Kreuzung drei Unfälle. „Die Thematik an dieser Ecke ist der Polizei bekannt“, sagt Wolfgang Goertz von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Viersen. Gemeinsam will man nun nach einer Lösung suchen. So treffen sich die Straßenverkehrsbehörde vom Kreis Viersen, der Landesbetrieb Straßenbau NRW als Baulastträger, die Polizei und die Gemeinde am morgigen Freitag, 22. Februar, vor Ort. „Wir können signaltechnisch sicherlich etwas machen, wobei eine Ampelumstellung aber immer weitere Folgen nach sich zieht“, sagt Georg Hennecken, Verkehrsingenieur beim Landesbetrieb Straßenbau NRW. Es handle sich um Defizite beim Verhalten der Verkehrsteilnehmer, die hier abgefangen werden müssten. Aus verkehrsrechtlicher Sicht seien eigentlich keine Maßnahmen erforderlich, fügt er an. Nichtsdestotrotz wird man gemeinsam über mögliche präventive Maßnahmen nachdenken und diese gegebenenfalls umsetzen, damit die Situation vor Ort entschärft werden kann.