Kreissynode tagte in Kempen

Kempen : Kreissynode: Kirche steht vor vielen Herausforderungen

(sr) Der evangelische Kirchenkreis Krefeld-Viersen steht im Moment in einem großen Umbruch. Und dies in mehrfacher Hinsicht, das machte die Kreissynode am Samstag in der Kempener Thomaskirche sehr deutlich.

Lange, aber sehr konstruktiv diskutierten die Delegierten die Lage ihres Kirchenkreises.

Mitte des Jahres wird der langjährige Superintendent Burghard Kamphausen in den Ruhestand gehen. Wer soll sein Nachfolger werden, wie soll dieser ausgewählt werden? Das bestimmte in mehreren Anträgen den letzten Teil der Synode. Sicher ist, dass der Nachfolger oder die Nachfolgerin ein schweres Erbe antritt. Denn im Kirchenkreis, wie in allen Teilen der Kirchen sind entscheidende Aufgaben zu bewältigen. Dies zeigten die letzten Untersuchungen zur Entwicklung der beiden großen Konfessionen in den künftigen Jahren.

Es würden immer weniger Kinder getauft, gleichzeitig gebe es mehr Austritte aus der Kirche. Dem müsse man entgegentreten, so der Vorstand der Synode, Axel Stein. Nicht mehr nur auf die Entwicklung reagieren, sondern selbst aktiv werden. So hat man zum Beispiel im Kirchenkreis in Krefeld gezielt Eltern angeschrieben und zu einem Tauffest für ihre Neugeborenen eingeladen. Damit hat man viele Eltern erreicht, die sonst nicht gekommen wären.

Bei Jugendlichen wie auch Erwachsenen stehe die Kirche inzwischen in einem Wettbewerb mit vielen anderen Einflüssen, das sehen die Synodalen ganz klar. Soziale Medien, andere Arten des Zeitvertreibs, geringe Attraktivität der kirchlichen Angebote, all dies mache es heute schwer, Glauben zu vermitteln. Stein führt als Beispiel an, lediglich drei durchaus interessierte Jugendliche auf einen Termin für die Proben zum Konfirmandengottesdienst zu vereinen. Der Kalender der Jugendlichen sei einfach zu voll.

Die intensiven Diskussionen des Tages hätten vor allem eines gezeigt, so Kamphausen, dass es wichtig sei, ganz nahe bei den Menschen zu sein, sie zu begleiten, in ihren Freuden und Leiden. All dies soll jetzt in der nächsten Zeit in intensiven Diskussionen konkretisiert und umgesetzt werden. Ein erster Schritt: Die Stelle im Jugendreferat wird auf Vollzeit aufgestockt.

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