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Kreispferdeschau auf dem Mengelshof in Kempen

Kreispferdeschau : Pferdenachwuchs erhält gute Noten

Für Züchter und Pferdefreunde fand auf dem Mengelshof in Kempen die Stuteneintragung mit Fohlenschau statt. Das Rheinische Pferdestammbuch und der Hannoveraner Verband hatten mit dem Kreispferdezuchtverein dazu eingeladen.

Die Blicke von Fabio Ladwig, Geschäftsführer des Rheinischen Pferdeverbandes Wickrath, und von Hartmut Wilking, dem stellvertretenden Vorsitzenden vom Hannoveraner Zuchtverband, und Züchter Jörg Zahn, gehen prüfend über die Stute mit der Katalog Nummer vier, die vor ihnen steht. „Bitte noch eine Trabrunde“, sagt Ladwig. Die Augen folgen der dreijährigen Fuchsstute, die mit großen Schritten über die Dreiecksbahn trabt. Die Jurymitglieder machen sich Notizen und besprechen sich kurz. Dann wird die nächste Stute auf die Bahn geführt. Mit der gleichen Konzentration wird die Stute mit der Nummer sechs bei der Präsentation als auch beim Trab begutachtet. In den Aufzeichnungen der Bewertungskommission sammeln sich Noten für Körperbau, Korrektheit, Gang, Schwung, Gesamteindruck und die alles entscheidende Gesamtnote.

Aber nicht nur die Kommission verfolgt mit höchster Aufmerksamkeit den Auftritt der drei- und vierjährigen Warmblutstuten im Rahmen der traditionellen Stuteneintragung und Fohlenschau des Kreises Viersen auf dem Mengelshof in Kempen-Unterweiden. Obwohl die Temperaturen über die 30-Grad- Marke geklettert sind, haben es sich etliche Zuschauer auf den von Sonnenschirmen geschützten Bänken bequem gemacht. Sie verfolgen Auftritt für Auftritt auf der Dreiecksbahn gespannt. Züchter und Fachbesucher, den Ausstellungskatalog in der Hand, tauschen sich aus und geben ihre persönlichen Wertungen der jeweiligen Stuten ab.

„Wir haben in diesem Jahr gute Meldezahlen. Wir liegen rund zehn Prozent über denen der vergangenen beiden Jahre. 2018 waren es so 65 Pferde und Ponys. Allerdings wird das Wetter heute für einige Ausfälle sorgen. Vielen Züchtern ist es für ihre Tiere einfach zu heiß“, sagt Theo Lenzen, Tierzuchtberater in Diensten der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Viersen. Das Zuchtgeschehen in der Pferdeszene ist generell wieder im Aufschwung und das spiegeln die Zahlen wider. „Der Markt ist in den letzten zehn Jahren massiv eingebrochen. Jetzt aber bleibt die Zahl der Bedeckungen konstant. Es scheint Licht am Ende des Tunnels zu sein“, meint Wolfgang Thiel, dessen dreijährige Stute „Bella Louisa“ gerade aus der Dreiecksbahn kommt.

Unterdessen ruft Lenzen den ersten Ring zur abschließenden Schrittrunde herein. Fünf Stuten treten an, letzte Blicke der Kommissionsmitglieder und ein Rangieren der Stuten nach der Bewertung setzt ein. „Wir haben die Katalognummer eins an die Spitze gesetzt. Es ist eine Stute, die noch in der Entwicklung steht. Sie zeigt aber schon jetzt großes Potenzial und überzeugt mit ihrer Dynamik und der Schwungentfaltung“, lobt Wertungsrichter Fabio Ladwig, der generell von einer sehr guten Qualität der vorgestellten jungen Stuten spricht. Strahlende Gesichter beim Züchterehepaar Thiel: Ihre Bella Louisa, die im Reitstall Tempel in St. Hubert zur Ausbildung steht, wird aber nicht nur Siegerin des ersten Ringes, sondern hat die Nase auch in der Gesamtwertung vorne.

Aber nicht nur die jungen Warmblutstuten stehen im Mittelpunkt. Die Stuteneintragung umfasst auch die Reitpony- und die Kaltblutstuten. Seit 1980 züchtet die Familie Mevissen aus Niederkrüchten Kaltblüter. „Unsere Alma ist jetzt dreijährig und soll, wenn sie entsprechend gute Bewertungen erhält, in die Zucht. Zudem wird sie unter dem Sattel gearbeitet und vor der Kutsche gehen“, berichten die Geschwister Ina und Karen Mevissen, die mit eine sichtlich entspannten Stute auf ihren Aufruf warten.

Auch wenn es bei den Fohlen im Anschluss an die Stuteneintragung etliche Ausfälle gibt, so sind die vor Ort vorgestellten Stut- und Hengstfohlen ebenfalls von bester Qualität und versprechen, später einmal unter dem Sattel und auch in der Zucht Gutes leisten zu können.