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Kreis Viersen: Trickbetrüger wollten Senioren per Telefon um ihr Erspartes bringen

Mehrere Delikte im Kreis Viersen : Trickbetrüger wollten Senioren per Telefon um ihr Erspartes bringen

Die türkische Polizei hat Anfang des Jahres mehrere Callcenter in der Türkei ausgehoben und die falschen Polizisten von echten festnehmen lassen.

„Ein schöner Erfolg, der allerdings niemanden dazu verleiten sollte, zu glauben, dass damit die kriminellen Machenschaften, ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen, beendet wären“, so Antje Heymanns, Sprecherin der Kreispolizei Viersen. Neun Fälle, vornehmlich aus Kempen, aber auch aus Viersen und Tönisvorst, wurden am Donnerstag gemeldet.

Das allerdings dürfte nur „ie Spitze des Eisbergs sein, denn viele Menschen melden diese Anrufe gar nicht und legen auf, so Heymanns. „Und dann gibt es noch die Menschen, die ihr Erspartes an die Kriminellen ausgehändigt haben, später merken, dass sie Opfer einer Straftat waren und sich dann aus Scham, reingefallen zu sein, weder bei der Polizei noch bei ihren Verwandten offenbaren.“ Leider gelinge es den Kriminellen immer wieder, zum Erfolg zu kommen. Durch Schockanrufe, das Vortäuschen einer amtlichen Eigenschaft, das stundenlange Ausüben von Druck und das Schüren von Ängsten seien die häufig betagten Opfer nicht in der Lage, sich gegen diese geschulten Anrufer zu wehren. „Sie sind ihnen und ihren ausgefeilten Machenschaften einfach hilflos ausgeliefert. Das ist kein Grund für Scham und schon gar nicht für abfällige Bemerkungen anderer Menschen, die selber noch nie in eine solche Situation geraten sind. Daher bitten wir eindringlich darum, dass auch die Menschen, die Opfer geworden sind, sich bei uns melden und Anzeige erstatten“, sagt Antje Heymanns.

Wenn die Kriminellen ihre Opfer einmal am Haken hätten, ließen sie so schnell nicht los und verböten den Senioren jeglichen Kontakt zur Außenwelt. „Oft geben sie ihnen auch noch Verhaltenshinweise mit auf den Weg, was sie ihrem Kundenberater bei der Bank erzählen sollen, falls sie auf die hohe Bargeldabhebung angesprochen werden. Damit ist dann auch der oft einzige Kontakt vor der Tatvollendung- nämlich der Bankenmitarbeiter- nicht mehr in der Lage, den Erfolgseintritt zu verhindern“, so Heymanns weiter. „Die Senioren treten nämlich in ihrer Angst und Not oft sehr resolut bei ihrem Kundenberater auf und beharren auf der Auszahlung.“

Für diese Fälle hat die Polizei Gütersloh einen Briefumschlag entwickelt, der den Senioren im allerletzten Moment noch die Augen öffnen soll. In diese Umschläge wird die erbetene Auszahlung gesteckt, wenn alles Reden und Beraten nichts genutzt hat. Auf der Vorderseite sind Fragen aufgedruckt. Auf der Rückseite sind eine Warnung und die Aufforderung, die 110 zu wählen, wenn zwei oder mehr Fragen auf der Vorderseite mit Ja beantwortet wurden. Diese Briefumschläge wurden in den vergangenen Wochen an viele Banken im Kreis Viersen verteilt. Zudem gibt es eine telefonische Sprechstunde der Polizei für Senioren: mittwochs zwischen 11 und 12 Uhr unter Tel. 02162 377-3136.

(RP)