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Kreis Viersen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen 2019 häufigste Todesursache

Herzinfarkte und Bluthochdruck : Die häufigsten Todesursachen im Jahr 2019 im Kreis Viersen

Mehr als ein Drittel der Todesfälle 2019 im Kreis Viersen gingen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. Die Zahl ist jedoch rückläufig. Dafür steigt der Anteil einer anderen Todesursache.

1129 Menschen sind 2019 im Kreis Viersen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben. Das entspricht einem Anteil von 32,1 Prozent aller Todesfälle. „Damit sind die Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die Todesursache Nummer eins im Kreis“, sagt Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic.

Zweithäufigste Todesursache waren mit 27,8 Prozent Krebserkrankungen, gefolgt von „Symptomen und abnormalen klinischen und Laborbefunden“ mit 7,2 Prozent. Diese Kategorie fasst Fälle zusammen, in denen bei Patienten aus irgendeinem Grund keine genauere Diagnose gestellt wird.

Die dritthäufigste Todesursache im Kreis Viersen waren mit 6,3 Prozent psychische und Verhaltensstörungen, dicht gefolgt von Krankheiten des Atmungssystems mit 6,1 Prozent. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts hervor.

Die häufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung ist die koronare Herzkrankheit, bei der es durch Verengung der Kranzgefäße zu einer mangelnden Durchblutung des Herzens kommt. Im schlimmsten Fall führt sie zum Herzinfarkt.

Auf dem zweiten Platz folgt die Herzschwäche, die oft eine Folge anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzklappen-Erkrankungen oder Herzrhythmusstörungen ist. „Ein großer Teil dieser Erkrankungen lässt sich dabei auf das persönliche Verhalten zurückführen, wenig Bewegung, Rauchen, zu hoher Alkoholkonsum und Übergewicht sind hierbei die wichtigsten Faktoren“, sagt Lobscheid.

Insgesamt ist die Zahl der Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen jedoch seit Jahren rückläufig. 2006 machten sie noch 37,2 Prozent aller Todesfälle im Kreis Viersen aus. „Hier zeigen sich ganz klar die positiven Effekte des medizinischen Fortschritts der letzten Jahrzehnte. So ist beispielsweise die Sterblichkeit in Deutschland nach einem Herzinfarkt seit 1990 um fast 50 Prozent gesunken“, sagt Lobscheid. „In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich dadurch auch die Lebenserwartung bei Jungen um mehr als zwei Jahre, bei Mädchen um anderthalb Jahre.“

Auch für ältere Menschen nimmt die Lebenserwartung weiter zu. 65-jährige Männer haben statistisch gesehen noch knapp 18 Jahre vor sich, gleichaltrige Frauen sogar noch fast 21 Lebensjahre. Das durchschnittliche Sterbealter lag 2019 in NRW bei 78,8 Jahren (Frauen: 81,5 Jahre; Männer: 76 Jahre), und es war damit um 0,9 Jahre höher als fünf Jahre zuvor (Frauen: plus 0,5 Jahre; Männer plus 1,3 Jahre).

Doch dafür hat eine andere Todesursache in den vergangenen Jahren in der Statistik deutlich zugenommen: psychische und Verhaltensstörungen. In diese Kategorie fallen unter anderem Demenzerkrankungen und Depressionen. 1998 machten sie noch 0,6 Prozent der Todesursachen im Kreis aus, 2019 sogar 6,3 Prozent; 2018 waren es 7,1 Prozent. Die Zahl steigt seit fünf Jahren kontinuierlich.

(anst)