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Kreis Viersen: Der erste Tag im Impfzentrum in Dülken

Für den gesamten Kreis Viersen : Der erste Tag im Impfzentrum

Pünktlich um 14 Uhr nahm das Impfzentrum in Dülken am Montag seinen Betrieb auf. 270 Senioren über 80 Jahre aus dem gesamten Kreis Viersen hatten für den ersten Impftag eine Terminzusage erhalten.

Es ist gerade einmal kurz nach 13.30 Uhr, und vor dem Eingang des Impfzentrums in Dülken stehen schon die ersten Menschen, dick in Jacken, Mützen und Schals eingepackt. Einige sitzen im Rollstuhl, andere halten ihren Rollator in den Händen. Autos parken auf dem schneegeräumten Parkplatz. Nur noch wenige Lücken sind frei. Ein Mann steigt aus seinem Auto aus, öffnet den Kofferraum und klappt einen Rollstuhl auseinander, um danach einer Seniorin vorsichtig vom Auto in den Rollstuhl zu helfen. „Ich bin froh, dass es endlich losgeht und ich heute, am ersten Tag, dabei bin. Ich hoffe, dass nach dem Impfen wieder ein bisschen Normalität in meinen Alltag kommt und ich nicht mehr solche Sorgen haben muss, mich anzustecken“, sagt die Kempenerin.

Am Montag hat das Impfzentrum des Kreises Viersen seine Arbeit aufgenommen. 270 Senioren aus dem gesamten Kreis Viersen, allesamt über 80 Jahre alt, gehörten zu den ersten, die einen Impftermin in der Einrichtung erhalten hatten. Wie wichtig ihnen dieser Termin war, wurde dadurch deutlich, dass bereits weit vor 14 Uhr die ersten Senioren an der Heesstraße 10 in Dülken ankamen.

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„Um niemanden in der Kälte warten zu lassen, haben wir den Wartebereich schon geöffnet. Die erste Impfung gab es aber erst um 14 Uhr“, teilt Benedikt Giesbers von der Pressestelle des Kreises Viersen mit. Das Wetter in Form von Schnee und Frost hielt dabei kaum einen der Impflinge auf. „Ich bin so froh, einen Termin bekommen zu haben, dass ich diesen auf keinen Fall verpassen wollte. Wer weiß, wann ich dann an der Reihe wäre. Je schneller, desto besser. Ich fühle mich einfach sicherer, wenn ich geimpft bin“, bemerkt ein 85-jähriger Kempener.

„Ich möchte meinen ersten Ur-Enkel, der vor einigen Wochen geboren wurde und den ich bisher nur durch die Scheibe des Wintergartens gesehen habe, gerne einmal in den Arm nehmen. Meine große Hoffnung ist es, dass ich dies nach der abgeschlossenen Impfung endlich tun kann“, sagt eine rüstige 82-Jährige aus Willich, die gerade aus einem Auto gestiegen ist.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVNO) bietet in Anbetracht des Wetters allen Impflingen von Montag, die ihren Termin aufgrund des Wetters nicht wahrnehmen konnten, an, diesen zeitgleich am Dienstag nachzuholen. Dann sollen statt der vier Impfstraßen, mit denen am Montag gestartet wurde, sechs an den Start gehen. „Es ist ein Jonglieren mit dem Impfstoff. Für Dienstag schaffen wir das auf jeden Fall. Dann müssen wir in Anbetracht der gleichbleibenden Wetterlage weitersehen“, sagt Dr. Arndt Berson. Der Vorsitzende der Kreisstelle Viersen der KVNO hebt die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis Viersen und auch den Apothekern hervor, die im Impfzentrum den Impfstoff vorbereiten, sodass die Ärzte nur noch impfen müssen.

Am Impfzentrum verlassen indes die ersten Impflinge die Einrichtung. Die Erleichterung, die erste Impfung erhalten zu haben, ist allen anzusehen. „Außer einem Piks habe ich in der halben Stunde Wartezeit nach der Impfung nichts gespürt. Mir war weder schwindelig noch hatte ich Kopfschmerzen oder so etwas in der Art“, sagt ein Tönisvorster Senior. Im gleichen Atemzug lobt der 82-Jährige die Organisation. In seinen Augen klappt alles ganz hervorragend.

Wer sich mit seinen von der KVNO zugestellten Unterlagen an der Voranmeldung am Container anmeldet, erhält ein Bändchen samt Nummer. Wobei allerdings nicht kontrolliert wird, ob sich der betreffende Senior eventuell in Quarantäne befindet. Auf immerhin 87 Senioren über 80 im Kreis Viersen trifft dies derzeit zu. „Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Senioren. Wir gehen davon aus, dass diejenigen, die sich in Quarantäne befinden und einen Impftermin hätten, diesen absagen und zu Hause bleiben“, heißt es von der Kreispressestelle.

Mit Band und Nummer geht es zum Gate des Eingangs, wo automatisch erkannt wird, ob der Eintretende eine medizinische Maske trägt. Ebenso automatisch erfolgt eine Fiebermessung. Im Warteraum, wo ein Aufklärungsvideo läuft, heißt es warten, bis die eigene Nummer aufgerufen wird. Nach dem Impfen muss man eine halbe Stunde im Nachbereich warten, um sicherzugehen, dass keine Nebenwirkungen auftreten – und dann geht es über das Einbahnstraßensystem nach draußen.