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Krankenhäuser in Kempen und St. Tönis machen keine Angaben zur Corona-Behandlung

Behandlungsplätze : Corona: Kliniken machen keine Angaben

Mehrere Anfragen beim Hospital zum Heiligen Geist in Kempen und beim Krankenhaus Maria Hilf in St. Tönis zu Behandlungsplätzen für Corona-Infizierte liefen ins Leere. Die Verantwortlichen verweisen auf den Kreis Viersen.

Wenn es um die Frage geht, wie viele Patienten derzeit in den einzelnen Krankenhäusern in der Region wegen Infizierung mit dem Coronavirus stationär behandelt werden, lassen sich einige Häuser nicht in ihre Karten gucken. Dazu zählen auch das Hospital zum Heiligen Geist in Kempen und das Krankenhaus Maria Hilf in St. Tönis. Beide Häuser sind – das zeigt die Erfahrung – in der Regel sehr zurückhaltend, wenn es um Zahlen und Fakten aus sensiblen Bereichen geht.

Aus beiden Häusern gab es zuletzt ausweichende Auskünfte. So teilte der Geschäftsführer des Kempener Krankenhauses, Thomas Paßers, auf die Anfrage unserer Redaktion mit: „Ich kann Ihnen nur versichern, dass im Falle einer Verschärfung der Pandemie alle Ressourcen des Hospitals genutzt werden können und zur Verfügung stehen. Natürlich immer unter der Bedingung, dass auch alle anderen Notfälle ihrer Dringlichkeit entsprechend weiter behandelt werden.“ Wie viel Behandlungsplätze konkret bereitgestellt werden können, ob beispielsweise – wie in anderen Häusern – Stationen frei geräumt werden, um dort isoliert vom übrigen Klinikbetrieb Corona-Patienten behandeln zu können, sagte Paßers nicht.

Paßers und auch Frank Jezierski, Pressesprecher der Alexianer, die das St. Töniser Krankenhaus betreiben, verweisen auf eine Vereinbarung der Krankenhäuser im Kreis Viersen, keine näheren Auskünfte zu erteilen. Außerdem solle man sich mit diesen Anfragen an den Kreis Viersen wenden. Doch auch der sagt – wie bereits berichtet – nichts zu den Corona-Behandlungskapazitäten in einzelnen Krankenhäusern. Die Alexianer hatten bereits am 13. März mitgeteilt, dass das St. Töniser Krankenhaus aufgrund fehlender Intensivmedizin keine infizierten Patienten aufnimmt. Verdachtsfälle bei Patienten würden zur Abklärung in das Krankenhaus Maria-Hilf nach Krefeld verlegt. Das gehört auch zur Alexianer-Gruppe. Gerade diese interne Regelung stößt bei Klinikexperten im Kreis Viersen auf Kritik. Damit würden die Alexianer ihrem Sicherstellungsauftrag für die Krankenhausversorgung im Kreis Viersen nicht gerecht, heißt es. Streng genommen hätten auch im St. Töniser Haus Behandlungsplätze für Corona-Patienten bereitgestellt werden müssen, meinen die Experten. Alle anderen Krankenhäuser im Kreis Viersen, die in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen sind, haben reagiert und entsprechende Plätze eingerichtet.

Innerhalb der Arbeitsgemeinschaft gehen die Krankenhäuser mit dem Thema in der Öffentlichkeit unterschiedlich um. Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen hatte bereits vor einiger Zeit Journalisten in eine eigens für die Behandlung von Corona-Fällen hergerichtete Station eingeladen, um sich dort umzuschauen und mit dem medizinischen Personal zu sprechen.

Bei der Kreisverwaltung tat man sich bei diesem Thema zuletzt ebenfalls schwer: Zwar wird seit einigen Tagen regelmäßig auch mitgeteilt, wie viel Corona-Patienten aus dem Kreis Viersen sich in stationärer Behandlung befinden, in welchen Krankenhäusern die Infizierten liegen und wie schwer ihre Erkrankung ist, ob sie beispielsweise speziell beatmet werden müssen, erfährt die Öffentlichkeit nicht. Man habe sich mit den anderen Krankenhäusern der Region darauf verständigt, keine genauen Zahlen zu nennen, „um Ängste und Spekulationen sowie die allgemeine Hysterie nicht noch weiter zu schüren“, hatte Kempens Hospital-Geschäftsführer Paßers in einer Stellungnahme als Begründung mitgeteilt. Mehr will er zu dem Thema nicht sagen, außer, dass die Lage von einem hausinternen Krisenstab täglich aktuell bewertet und gegebenenfalls auf eine neue Lage entsprechend reagiert werde.

Kommentar: Nur Transparenz schafft Vertrauen