Kozma Orkestar gab im Campus Kempen ein Konzert mit Balkan-Klängen

Kozma Orkestar : Ein mitreißendes Konzert mit vitalen Balkan-Klängen

Beim Konzert im Campus trat das Kozma Orkestar ohne Saxophonistin Mona Schein auf. Sie war erkrankt und konnte nicht mitkommen. Und dann sagte auch noch die Babysitterin ab, so dass Ramona Kozma ihren kleinen Sohn mit nach Kempen brachte.

Und während er in einer Ecke neben der Bühne aus Legosteinen Türme baute, entfachte das Kozma Orkestar von null auf hundert einen musikalischen Wirbelwind, der alle Zuhörer mitriss – auch wenn das etwas ältere Publikum das nicht so extrovertiert zeigte.

Die Tuba spielt eine besonders wichtige Rolle. Foto: Heribert Brinkmann

Wie Ramona Kozma in ihrer Moderation erzählte, betreibt die Band eine „musikalische Herumtreiberei“. Die sieben Musikerinnen und Musiker aus dem Großraum Bielefeld hat die Leidenschaft für die vielfältige Musik des Balkans zusammengeführt. Dazu kommen Klezmer- und Straßenmusik – und die sorgen für Rhythmen, die in die Beine gehen. Der Bandtext trifft diese Stimmung sehr gut: „Die Musik des Kozma Orkestar kreiert eine einzigartige Mischung aus Vitalität und Melancholie, Tanzvergnügen und Lebensfreude.“ Das Programm ist eine Mischung aus eigenen und traditionellen Stücken, zumeist Liebeslieder. Ramona Kozma, die aus einer polnischen Familie stammt, und Trompeter Valentin Katter singen nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Polnisch, Serbisch und Jiddisch oder Dialekten der Roma. Die ungemein junge Truppe tourt bereits seit zehn Jahren durch die Lande. Jeder ist virtuos auf seinem Instrument, ob das Ramona Kozma am Akkordeon ist, Hannah Heuking an der Klarinette oder Valentin Katter an der Trompete. Mit seiner wunderbaren Stimme bezaubert er auch als Sänger. Für den Groove sorgen gleich zwei Musiker an der Tuba. Besonders Jakob Schwarzenau ist unglaublich, wie er seine Tuba mit der Linken liebevoll hält und mit ihr quasi auf der Stelle tanzt. Und Jannis Lewe hält alles am Schlagzeug zusammen.

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