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Kostümsitzung des 11er-Rats Kempen im Kolpinghaus

Kostümsitzung des 11er-Rats Kempen : Wo der Prinz das Kommando hat

Viele kostümierte Narren und ausgelassene Stimmung: Die Kostümsitzung vom 11er-Rat Kempen war ein voller Erfolg.

Die langen Tischreihen im Kolpinghaus sind dicht an dicht mit unterschiedlichen Gestalten besetzt. Da gibt es Vogelscheuchen, die neben Menschen sitzen, die gerade von einem Hai verschlungen werden. Peter Pan gibt sich ein Stelldichein mit Piraten, und Bienen hocken neben Wikingern. Fast alle singen das Lied „Kölsche Jung“ mit, das, live gespielt, durch den Saal schallt. Dann ist ein Trommelwirbel zu hören, und es regnet bunte Tulpen. Der 11er-Rat Kempen zieht ein.

Der Vorsitzende Bernd Berger begrüßt die närrischen Besucher. Und wird dabei auch durchaus ernsthaft: „Das Kolpinghaus und dieser Saal sind ein Sanierungsfall. Es ist unklar, wie es weitergeht. Erhaltenswert ist alles auf jeden Fall“, weiter kommt er nicht. Ein donnernder Applaus unterbricht ihn. „Nicht nur für den Karneval. Es muss eine Lösung geben, damit dieses Haus auch weiter mit Leben gefüllt werden kann“, schließt er seinen Satz, bevor die Narren ihren Zustimmung mit weiterem Beifall kundtun.

An diesem Abend ist aber Feiern angesagt. Mit dem nächsten Trommelwirbel zieht das Kempener Prinzenpaar Peter II. und Brigitte I. (Wolters) mit der Prinzengarde ein. Die Tanzoffiziere tragen Tanzmariechen – auf ihren Schultern stehend – durch den Saal. Prinz Peter wirft bunte Tulpen in die Besuchermenge. „Danke für den grandiosen Einstieg. Das ist herzergreifend. Ohne euch wären wir nichts. Danke auch an diejenigen, die hinter den Kulissen stehen und dies alles möglich machen. Auch ohne sie wären wir nichts“, ruft der Kempener Karnevalsprinz. Die Arbeit vom Präsidenten des Kempener Karnevalsvereins (KKV), Heinz Börsch, bezeichnet Prinz Peter als eine riesige Nähstube, in der alle Fäden zusammenlaufen. Fäden, die allesamt gehalten und koordiniert werden müssen. Ansonsten wünscht sich der Prinz Sonnencreme Lichtschutzfaktor 50 für den Rosenmontagszug, denn bei Sonne und angenehmen Temperaturen zieht es sich besonders gut. Dem kann Heinz Börsch nur zustimmen. Er spricht von einem wunderschönen Zug, denn „es sind viele tolle Meldungen eingegangen“, berichtet er. Die Vorfreude auf den Rosenmontagszug sei riesengroß, ergänzt er.

Bühne frei für die Prinzengarde mit ihren drei Tanzpaaren, heißt es danach. Die Tanzoffiziere lassen die Mariechen, eingerahmt von der tanzenden Garde, durch die Luft wirbeln. Zugabe-Rufe erschallen im Saal, kaum dass alle wieder auf ihren eigenen Beinen stehen. Eine Zugabe reicht den Besuchern aber nicht. Die Garde ist zu gut. Der Wunsch nach einer zweiten Zugabe wird laut. Für die schlüpfen die Gardisten sogar aus ihren Fräcken, binden sich grün schillernde Fliegen um, die Tanzoffiziere ziehen zusätzlich grün glitzernde Brillen auf. Es hält keinen mehr auf den Stühlen. Der ganze Saal steht und klatscht mit, während die Gardisten und Tanzpaare über die Bühne wirbeln. „Ich habe es ja gesagt, es ist die Elitegruppe des Prinzen“, sagt Bernd Berger nach der einmaligen Show. Blumen gibt es als Dankeschön für die drei Tanzmariechen.

Das Programm nimmt seinen Lauf. Prinz Peter übernimmt das Amt des Sitzungspräsidenten, denn das hat er beim11er-Rat seit Jahren inne. Er führt charmant und humorvoll durch den Abend. Die Besucher erleben die Jungen Trompeter sowie die United Dancers Eschweiler, die die Bühne beben lassen. Ob Jörg Hammerschmidt, der mit seinen treffsicheren Pointen die Lachmuskeln strapaziert oder der Gardetanz der Rheinflotte – Abwechslung ist garantiert. Wie gut Rock’n’Roll und Uff-Tata zusammenpassen, demonstrieren „De Drömmelköppe“. Sie rocken den Saal. Die Band „Oedingsche Jonges“ haben nicht nur kölsche Lieder im Gepäck, sondern auch jede Menge Party-Hits. Die Stimmung ist bestens.