Konzert von Gloria Cooper in der Haltestelle Kempen

Konzert in der Haltestelle : Jazzmusik mit viel Eleganz und Leichtigkeit präsentiert

Gloria Cooper in der Kempener „Haltestelle“: Die New Yorkerin lässt es herrlich swingen und besitzt eine einschmeichelnde Stimme.

Die amerikanische Jazzpianistin und –sängerin Gloria Cooper überzeugte bei ihrem Konzert in der „Haltestelle“ in Kempen mit ihrer warmen, einschmeichelnden Stimme und einem überaus gekonnten Piano-Stil. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Qualität die privat betriebene „Haltestelle“ bei ihren Jazzkonzerten aufzubieten imstande ist. Diesmal kam das Gastspiel der ausgezeichneten Jazzmusikerin aus New York, die auch Professorin und Direktorin der für ihre Qualität bekannten Long Island University in Big Apple ist, durch die Vermittlung eines Jazzmusikers aus Deutschland zustande, der an ihrer New Yorker Universität selbst studiert hatte: der Schlagzeuger Marcel Wasserfuhr.

Er bildete bei dem Konzert von Gloria Cooper (Gesang und Piano) in der Thomasstadt gemeinsam mit ihr und seinen Kollegen Heiner Wiberny (Saxofon), Klaus Osterloh (Trompete) und Jochen Schaal (Bass) das „German Quintett“. Don Sickler aus New York hatte alle Titel des Abends stilvoll und kreativ arrangiert, die Gloria Cooper zu Gehör brachte. Sie interpretierte ihre eigenen Kompositionen wie auch Standards auf eine ebenso leichte wie eingängige und eindringliche Weise. Ihr Gesang, zu Beginn fast ein wenig zu zurückhaltend, ist mit besonderer Wärme dargeboten, swingt wunderbar und geht ins Ohr.

Hervorragende Musiker begleiteten sie kongenial: Die beiden brillanten Jazzmusiker Heiner Wiberny und Klaus Osterloh kennen die Jazzfans von ihrer Zeit bei der renommierten WDR-Bigband. Sie überzeugten mit ihrem großen Potenzial, improvisierten variabel und ideenreich und ließen den Konzertabend zu einem echten Erlebnis werden.

Schön, wenn Jazzmusik mit so viel Eleganz, Souveränität und Leichtigkeit interpretiert wird. Gloria Cooper überzeugt auch als Komponistin: Das „German Quintett“ spielte von ihr die Stücke „Silhouette“ und „Dreamscape“, ein besonders schöner Titel, der dem Drummer Marcel Wasserfuhr ein tolles Opening ermöglichte. Vor der Pause erklangen Titel mit Ohrwurm-Qualität wie Richard Rodgers „I didn`t know what time it was“, „Garden in the Sand“ von Hank Mobley, „Pyramid“ von Horace Silver und „Looking Back“ der Jazzlegende Thelonious Monk. Mit dem flotten „Day by Day“ von Stephen Schwartz ging es in die Pause.

Im zweiten Teil des Konzertes ging es dann leise und eindringlich weiter mit „Secret love“ von Sammy Fain, „Beautiful Friendship“ von Stanley Styne und Donald Kahn sowie den wunderbaren Sammy Cahn-Titeln „Dedicated to you“ und „Lamp is low“. Neben „Out of the world“ von Harold Arlen begeisterte Heiner Wibernys gern gespielte Komposition „Ulla in Africa“ das diesmal für den dargebotenen Qualitätsjazz leider nur in geringer Anzahl vertretene Publikum.

Dieser Abend, der mit Cole Porters Evergreen „Everytime we say goodbye“ zu Ende ging, hätte mehr Resonanz verdient gehabt.

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