Konzert mit duodecim in der Paterskirche Kempen

Konzert mit duodecim in der Paterskirche Kempen : Frauenchor begeistert sein Publikum

In der Reihe der Kempener Orgelkonzerte gab es jetzt in der Paterskirche ein interessantes Aufeinandertreffen. Ute Gremmel-Geuchen begleitete an der Orgel den Kempener Chor „duodecim“ unter Leitung von Claudia Zonker.

Kenner wissen, was sie an der Reihe „Kempener Orgelkonzerte“ haben. Längst hat sich ein kleines, aber interessiertes Stammpublikum gebildet. Dass allerdings bei einem Konzert dieser Reihe die Paterskirche ausverkauft ist, ist nun nicht gerade alltäglich. Wenn doch, wie am ersten Adventssonntag, ist einiges anders als sonst.

So dürfte nicht nur die vorweihnachtliche Zeit zum Konzertbesuch anregen. Das Konzert war auch anders konzipiert. Ein leistungsstarker Chor war eingeladen, und mit Bibellesungen wurde der adventliche Charakter der Musik eingerahmt.

Als Chor war das „Ensemble duodecim“ eingeladen. Aus verschiedenen Vorläufer-Chören bildete sich dieser Frauenchor 2017 unter der Leitung der Musikpädagogin Claudia Zonker. Markenzeichen der Konzerte ist neben dem reinen, makellosen Klang die besondere Ausgestaltung durch Bewegung, Licht- und Projektinstallationen. Die Sängerinnen treten elegant auf, tragen ein langes dunkelblaues Kleid und einen hellen Blazer. Was den Chor, der an keine Institution angebunden ist, so besonders macht, ist die private, fast familiäre Atmosphäre.

Chormitglieder übernahmen beim Konzert in der Paterskirche auch die Rezitation der biblischen Texte aus der Genesis sowie aus Jesaja und Lukas.

Sorgfältig einstudiert und sicher vorgetragen erklang geistliche Chormusik aus verschiedenen Jahrhunderten. Von Mendelssohn war „Laudate Pueri“ zu hören, auch Werke lebender Komponisten standen auf dem Programm, so John Rutter, Raimund Wippermann, Craig Curry und Michael John Trotta. Begleitet wurde der Chor von der Kempener Organistin und Organisatorin der Kempener Orgelkonzerte, Ute Gremmel-Geuchen. Zunächst sang der Chor noch auf der Orgelbühne, später am Altar. Falls die räumliche Entfernung zwischen Orgel und Chor dabei zu Problemen geführt haben sollte, so waren diese im Zuhörer-Raum nicht zu bemerken. Chor und Orgel harmonierten bestens miteinander. Auch das Publikum erhielt Gelegenheit, sich sängerisch einzubringen; „Im Dunkel der Nacht“ entwickelte sich wie vorgesehen zur gemeinsamen Produktion von Orgel, Chor und Publikum.

Sehr schön waren auch die Orgelbeiträge von Ute Gremmel-Geuchen. Interessant war die Gegenüberstellung von alter und neuer Fassung des Advent-Chorals „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Die Organistin trug die alte Version von Johann Gottfried Walther (1684-1748) vor, der Chor eine neuere von Karl Norbert Schmid (1926-1995). Mit differenzierter Registrierung trug Gremmel-Geuchen „Nun komm der Heiden Heiland“ vor. Von Bach stammte neben dieser Choralfassung auch ein Pièce d‘orgue, gespielt in einer Bearbeitung des Bachschülers Johann Peter Kellner – mit zahlreichen Verzierungen im französischen Stil.

Das begeistert applaudierende Publikum durfte noch zwei Zugaben hören, darunter den Bach-Choral „Jesus bleibet meine Freude“.

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