Konzert Jazz

Jazzkonzert: Erfrischender „Songjazz“

Die Formation „Triosence“ gastierte im Campus. Es war ein tolles Konzert, das auch Nicht-Jazzfans den Zugang zu dieser Art von Musik geöffnet hat.

„Triosence“, dieses deutsche Jazztrio, das immer noch als neue deutsche Jazzgeneration gilt, obwohl die drei im kommenden Jahr bereits seit 20 Jahren zusammen spielen, gefiel den Jazzfreunden mit seiner erfrischenden Art, Jazz auf ihre ganz eigene Art zu inspirieren, im Campus so sehr, dass sie mit Beifall nicht geizten. „Songjazz“ nennen die drei ihre Interpretation des Jazz, die dazu angetan ist, auch Musikfreunden, die mit dem Jazz direkt gar nicht so viel anfangen können, den Weg zu dieser Art Musik zu ebnen. Die Kompositionen, für die Pianist Bernhard Schüler in erster Linie verantwortlich zeichnet, gehen ins Ohr und in die Beine. Bernhard Schüler wird bei seinem temporeichen und akzentuierten Klavierspiel adäquat begleitet von Omar R. Calvo am Bass und Stephan Emig am Schlagzeug. Beide bestachen im Konzert mit hervorragenden Soli. Emig, der seit Gründung dem Trio angehört, ist ein überaus pfiffiger und mächtig antreibender Drummer und der Kubaner Calvo, der noch gar nicht sehr lange dabei ist, ein einprägsamer Bassist, der keineswegs nur eine stille Begleitung bietet, er weiß sich vielmehr ausgezeichnet in Szene zu setzen.

Was die drei darboten, war eine gut abgestimmte Mischung aus verschiedensten Elementen von Jazz und Fusion über Folk und Swing bis zur World Music. Ein purer Genuss, den Dreien in ihrer spielfreudigen Performance zu lauschen. Da ist alles drin: tolle Melodien, Rhythmen voller Fantasie und Ausdrucksstärke, viel Drive und ein inspirierender Sound. Und alles mit viel Verve und noch mehr Temperament vorgetragen. Alte und neue Titel von der neuesten, der siebten CD des Trios mit dem Namen „Hidden Beauty“ stammen aus der Feder von Bernhard Schüler, der neben seinem meisterhaften Pianospiel gleichzeitig auch spezielle Effekte beherrscht und dabei noch launig zu moderieren weiß.

„Hidden Beauty“ heißt versteckte Schönheit, besonders schön aber, dass die Schönheit der Musik von diesem Trio so gar nicht versteckt wird, was dieses Trio im Titelsong der neuen CD mit rasantem Tempospiel beweist. Dann geht es weiter im Programm mit einem Titel, der von Keith Jarrett inspiriert scheint. Bei „Sad Chilean“, der traurigen Chilenin, wird klar, dass die besten Songs oft aus dem Kummer des Komponisten entstehen. „Waiting“ ist wiederum ein Titel, der dem Modern Jazz zustrebt, „Going in circles“ dreht sich als Swingnummer im Kreis der Wiederholungen, bei der stets einen Ton tiefer gespielt wird, ehe man zum Anfang zurückkehrt. „Eine höllisch schwere Nummer“, wie Bernhard Schüler betont.

Nach der Pause greifen vier Stücke fast ineinander, viel Effektvolles wird geboten, wie man dies nicht oft zu hören bekommt. „Scorpio Rising“ und „Summer Rain“ folgen nach der Pause sowie ein Song, der von einer Brasilienreise inspiriert wurde und zu dem Schüler eine lustige Geschichte von einem Parkplatzwächter in Rio aus eigenem Erleben so nebenbei erzählt. Insgesamt ein höchst unterhaltsamer und vergnüglicher Abend.

Kein Wunder also, dass „Triosence“ sich längst nicht nur national, sondern auch international einen klangvollen Namen in der Jazzszene gemacht hat und eine große Fangemeinde gewonnen hat. Neben Tourneen in Deutschland waren sie auch schon in USA, Japan, Taiwan, Brasilien, Albanien, Malaysia und arabischen Ländern zu hören und kamen mit ihrer sehr persönlichen Note, Jazzmusik zu gestalten, stets sehr gut an. Einige wertvolle Preise hagelte es auch bereits. Jazzorganisator Martin Klapheck gelingt es immer wieder, in Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat NRW Gütersloh derart hervorragenden Jazz in die Thomasstadt zu holen.