Konzert des Duos Symbio in der Kempener Paterskirche

Klangkosmos Weltmusik : Symbio bietet eine Reise ins schwedische Folk-Universum

Duo gastierte zum Auftakt der Konzertsaison mit Drehleier und Akkordeon in der Paterskirche.

Zunächst geht es kommentarlos auf die „Reise ins schwedische Folk-Universum“. In der Kempener Paterskirche hat sich dafür eine Reisegesellschaft in der üblichen Größe für Konzerte der Kempener Konzertreihe „Klangkosmos Weltmusik in NRW“ eingefunden, das heißt, die Stuhlreihen sind an diesem Abend gerade einmal zu einem Drittel gefüllt.

Johannes Geworkian Hellman (Drehleier) und Lars Emil Öjeberget (Akkordeon) legen gleich schwungvoll tänzerisch los. In wechselnden Rollen übernimmt immer einer der jungen Musiker die führende Rolle, gibt eine Melodie vor, zu der der andere Instrumentalist eine Begleitung spielt.

Temporeich virtuos ist ihr Spiel, zu dem viel Kommunikation ohne Worte und dafür fast permanenter Augenkontakt gehört – es muss schließlich niemand auf Notenblätter schauen, die es ohnehin nicht gibt. Es macht den beiden sichtlich großen Spaß, miteinander zu musizieren.

Ein zusätzliches Vergnügen bedeuten die Moderationen der beiden Musiker für das Publikum. Es ist keine Mühe, ihren englischsprachigen Erklärungen der „Songs“ und den Anekdoten aus ihrem Künstlerleben zu folgen. So schildern sie – ebenso in wechselnden Rollen – den Inhalt ihres Stücks „The last Summer“. Dabei geht es um viele schöne Erinnerungen an den letzten Sommer, der vom Verlust eines Kontakts, einer Person etwas getrübt ist. Aber das Stück endet optimistisch, denn schließlich gibt es jedes Jahr wieder einen Sommer.

Musikalisch lässt sich dies mühelos wiederfinden: Es beginnt mit ruhigeren Passagen, das Akkordeon steuert melancholische Klänge bei, dann bringt die Drehleier wieder heitere Momente, und dies wechselt mehrfach hin und her. Die Gefühlsschwankungen und Stimmungen werden deutlich, bis sich das Ganze langsam und leise auflöst – in der Erinnerung entschwebt. Diese Grundmotive von melancholischen und dann wieder heiteren Stimmungen sind immer wieder zu hören, sie scheinen ein bevorzugtes Stilmittel in ihren Kompositionen zu sein.

Doch nicht nur die Musiksprache der schwedischen Volksmusik nutzen sie, auch die ständig sich wiederholenden Elemente mit kleinen Tonumfängen der Minimal Music haben einen festen Platz in ihrem Repertoire als Komponisten. In ihrem Spiel bekommen diese Elemente oft die Aufgabe, einen Percussionteil beizutragen, die Rhythmen zu unterstreichen.

Ihr temperamentvolles Spiel und ihre unterhaltsamen Moderationen begeistern das Publikum, das mit seinem Applaus dem Duo noch eine Zugabe entlocken kann.

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