Konzert der Kantorei in St. Laurentius Grefrath

Grefrath : Musik von Benjamin Britten in modernen Klängen

Am 1. Advent gab die Grefrather Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Grefrath gemeinsam mit anderen Musikerinnen und Musikern ein Gastspiel in St. Laurentius. Als Hauptwerk hatte man die Sankt Nikolaus Kantate von Benjamin Britten (1913-1976) gewählt.

Zur Einstimmung in das Konzert spielt der Organist Alfred Pollmann drei kurze Stücke – Intrada D-Dur, Air d-Moll, Intrada – von Henry Purcell (1659-1695). Bei der Wahl von leisen Registern, die mit dem Klang historischer Flöten sehr gut zur Musik des 17. Jahrhunderts passen, wird das Problem dieses Konzerts schon deutlich: die Konkurrenz vom nahen Weihnachtsmarkt mit seiner lautstarken Musik.

Dann gewinnt das bekannte Nikolauslied „Lasst uns froh und munter sein“, das alle mitsingen sollen, wieder die akustische Oberhand im Kirchenraum. Pollmann begleitet den spontanen Chor an der Orgel, aber nicht in der üblichen Weise, sondern schon als Einstimmung auf die Musik von Britten in moderneren Klängen. Wie gut, dass das Publikum bei diesem Lied sattelfest in der vertrauten Melodie ist.

Es folgt die 1948 entstandene Kantate St. Nicolas op. 42 von Britten. Dabei tritt der Schauspieler Martin Menne als Bischof Nikolaus auf und beginnt, das Publikum in die Zeit des 4. Jahrhunderts zu versetzen und die Hauptperson lebendig zu machen. In dieser Form wird er vor jedem Satz der Kantate eine Einführung geben.

Musikalisch füllt der lyrische Tenor Andreas Post die Rolle des Heiligen in beeindruckender Weise aus. Alle Nuancen, die Britten in diesem Part vertont, setzt er ausdrucksstark um. Die Streicherakademie Reifferscheid sowie die Sängerinnen und Sänger des Kinderchors St. Katharina Willich, Grefrather Kantorei und BachEnsemble Niederrhein bilden unter der Gesamtleitung von Uwe Schulze ein homogen wie überzeugend agierendes Ensemble.

In den leisen Passagen wird es immer wieder deutlich, welche Zumutung es für die Musikerinnen und Musiker, den Schauspieler sowie das Publikum ist, die Schlagermusik vom Weihnachtsmarkt als Hintergrund zu haben. Da folgt man erleichtert den Sätzen, in denen alle in der Kirche gemeinsam musizieren und die unerwünschten Nebengeräusche von draußen unterdrücken können. Kurz nach 18 Uhr wird es dort ruhiger, denn der Weihnachtsmarkt ist zu Ende – das Konzert aber auch.