Kommentar zur Abwahl des Kempener Beigeordneten Michael Klee

Kommentar : Klees Abgang ist ein großer Verlust

Michael Klee, der ehemalige Hoffnungsträger, ist von der Mehrheit des Kempener Stadtrates zum Sündenbock gemacht worden. Dass ein Beigeordneter als Wahlbeamter einer Kommune nicht wieder- oder abgewählt wird, ist an sich nichts Außergewöhnliches.

Das kommt nicht oft vor, aber es kommt vor – wenn die Mehrheit der Politik einer Stadt oder Gemeinde kein Vertrauen mehr hat in die Arbeit eines Spitzenbeamten oder ihm gravierende Fehler unterlaufen sind, die seine Abwahl und einen Neuanfang in dieser Position unumgänglich machen.

Michael Klee wird vor allem von der CDU verantwortlich gemacht für eine Misere, die er allein nicht zu verantworten hat. Man macht ihn zum Sündenbock, weil man den letztlich Verantwortlichen, Bürgermeister Volker Rübo (CDU), schonen will. Rübo verzichtet auf eine weitere Amtszeit als Stadtoberhaupt und Verwaltungschef, macht im Herbst 2020 den Weg frei für einen Neuanfang. Klee hätte eine „Konstante“, so wie es Grünen-Fraktionssprecher Joachim Straeten formulierte, bei diesem Neuanfang sein können.

In der Tat ist es „unfair, das Desaster einer einzigen Person in die Schuhe zu schieben“, wie es Martina Güldenbog von der SPD in der Ratssitzung treffend formulierte. Auch die Freien Wähler sind mit Klees Arbeit zufrieden. Nur eben die größte Fraktion im Kempener Stadtrat, die CDU, nicht. Fraktionschef Jochen Herbst machte dies noch einmal – diesmal in sachlichem Tonfall – deutlich.

Michael Klees Weggang wird für Kempen ein Verlust sein. In viele Projekte, für die er verantwortlich ist und die er immer noch sehr engagiert voranbringen will, muss sich sein Nachfolger erst einarbeiten. Das wird seine Zeit brauchen, Zeit, die Kempen angesichts der Probleme beim Kita-Ausbau oder bei der Schulsanierung eigentlich nicht hat.

Der Kommentar bezieht sich auf den Artikel „Warum Klee nicht weiterarbeiten kann.“

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