Stadt Kempen: Kolleg mehr als ein Lernraum

Stadt Kempen : Kolleg mehr als ein Lernraum

Voll des Lobes waren Schulministerin Sylvia Löhrmann und Landrat Peter Ottmann beim Festakt zum 150-jährigen Bestehen des Berufskollegs Kempen. Es bekam einen neuen Namen: Das Schild Rhein-Maas-Kolleg wurde enthüllt.

Landesschulministerin Sylvia Löhrmann, Landrat Peter Ottmann und Kreisschuldezernent Ingo Schabrich unterzeichneten gestern in Kempen beim Festakt den Vertrag über das Bildungsnetzwerk für den Kreis Viersen. Löhrmann meinte in ihrer Ansprache, 150 Jahre Berufsschule seien schon ein "beeindruckender Zeitraum". Das Berufskolleg gehöre mit seinen 3700 Schülern zu den größten Bildungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen.

Es habe nicht nur für den Kreis Viersen, sondern auch überregional Bedeutung. Vielfältige Ausbildungsgänge, sowohl berufsbegleitend als auch schulisch, machten diesen Wert aus, ebenso die intensive europäische Ausrichtung der Schule. Nicht nur mit den nahen Niederlanden, sondern auch mit osteuropäischen Ländern bestehen Kontakte. Die ergänzende Zusammenarbeit mit Fachhochschulen in der Region lobte die Ministerin. "Grenzüberschreitendes Lernen, individuelle Förderung" als Schwerpunkte des Berufskollegs fand sie überaus wichtig.

"Dies ist eine Schule, die sich veränderten Lebensbedingungen angepasst hat", sagte Löhrmann. Das zeige sich in Projekten zur Sprachkompetenz und sozialen Kompetenz der Schüler. Als Beispiel nannte sie die Aktion junger Maurer, die in Haiti unter der Regie von Pfarrer Roland Kühne beim Wiederaufbau einer vom Erdbeben zerstörten Schule halfen. Das Berufskolleg sei "eine Schule, die sich einmischt, die sich öffnet". Und mit ihren vielfältigen Aktivitäten sei sie "nicht nur Lernraum, sondern auch Lebensraum". Besonders begrüßte die Ministerin, dass Kempen nun ein regionales Bildungsnetzwerk gebildet hat. Darin sind Unternehmen, soziale Einrichtungen, Institutionen und das Berufskolleg miteinander verbunden. "Bildungspolitik ist auch Wirtschaftspolitik", sagte die Grünen-Politikerin.

Landrat Ottmann appellierte vor 300 Festgästen in der Sporthalle an der Kempener Terwelp-/Kleinbahnstraße, dass der Vertrag über das Bildungsnetzwerk "kein Papiertiger" werde. Das Netzwerk solle vielmehr zu einer "Säule des Berufskollegs" werden. Allerdings mahnte er in Richtung Landesministerin, dass der Kreis mit den Kosten nicht allein gelassen werde, sondern finanzielle Unterstützung vom Land bekomme. Denn allein in den nächsten Jahren werde der Kreis rund zehn Millionen Euro in den Ausbau der drei Standorte in Kempen, Willich und Lobberich investieren. Das neue Signet "Berufskolleg Rhein-Maas Kreis Viersen" symbolisiere schön, wie es regional zwischen Rhein und Maas eingebettet sei, aber ebenso durch die Flüsse Weltoffenheit repräsentiere. Außerdem zeige es: "Bei dieser Schule ist alles im Fluss."

Die Leitende Schuldirektorin der Bezirksregierung, Martina Hornung, wies im Grußwort darauf hin, dass Bildung als lebensbegleitende Qualifizierungsmöglichkeit begriffen werden müsse. Angesichts heutiger Anforderungen bräuchten Auszubildende Doppelqualifizierungen, wie sie in Kempen angeboten werden. Frage des Tages

(sr)
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