Königshütte-See in Kempen: Baden birgt große Gefahren

Königshütte-See : Baden im See birgt große Gefahren

Die Diskussion um das illegale Treiben an dem früheren Baggersee zwischen Kempen und St. Hubert geht weiter. Das Baden im See sei gefährlich, sagt ein Insider.

Ist die Freigabe von Teilen des ehemaligen Baggersees an der Königshütte eine gangbare Lösung, um dem Problem mit den illegalen Badegästen Herr zu werden? Das hatten Vorstandsmitglieder des Segel- und Surf-Clubs Kempen (SSCK) gegenüber unserer Zeitung ins Gespräch gebracht. Und einer solchen Lösung widerspricht ein Insider, der sich bei der Redaktion gemeldet hat. Er ist langjähriges Vereinsmitglied, betreibt Wassersport auf dem Königshütte-See, möchte aber ungenannt bleiben.

„Das Baden in dem ehemaligen Baggersee ist lebensgefährlich“, sagt er. Plötzlich steil abfallende Uferbereiche und zahlreiche Untiefen, dazu vom Wind abhängige Strömungsveränderungen seien das Problem. „Das können doch viele der illegalen Schwimmer gar nicht einschätzen“, meint er. „Es ist ein Wunder, dass es bislang am See noch keinen schlimmen Badeunfall gegeben hat“, ergänzt er.

In der Tat unterschätzen viele Schwimmer die Situation in früheren Baggerseen. Es hat andernorts schon häufig Unfälle gegeben, auch solche, die tödlich endeten. Die Ausweisung des Königshütte-Sees als offizielles Badegewässer sei eben nicht so einfach möglich. Vor allem im kleineren Teil des Sees, in dem die illegalen Besucher vermehrt Abkühlung suchen, ist der Uferbereich schmal, sind die Böschungen steil. Auch auf dem größeren See, den der Wassersportverein für seine Aktivitäten vom Eigentümer Klösters gepachtet hat, sind zuweilen Wildschwimmer anzutreffen. „Da kann es für Segler und Schwimmer sehr gefährlich werden. Während der Schwimmer glaubt, der Segler sieht mich doch, ist sein Kopf im Wasser vom Boot kaum zu erkennen. Bei voller Fahrt hat man dann eigentlich keine Ausweichmöglichkeit“, sagt der Insider, der ein erfahrener Segler ist.

Die aktuelle Diskussion, die sich in erster Linie auf das illegale Parken und Betreten des Geländes sowie das Müllproblem konzentriert, sei zu einseitig, kritisiert der Insider. Er drängt ebenfalls auf eine dauer­hafte Lösung des Problems. Das tun zum Teil seit Monaten Frank Schreiber und Markus Lunau. Mit Blick auf die zu erwartenden hochsommerlichen Temperaturen an diesem Wochenende mahnen beide verstärkte Kontrollen der Behörden rund um den See und auf dem Gelände selbst an. „Darf man davon ausgehen, dass die beteiligten Behörden von Stadtverwaltung Kempen und Kreisverwaltung Viersen schon in den Startlöchern stehen?“, fragt Frank Schreiber. Die Behörden haben sich bekanntlich stets mit öffentlichen Ankündigungen zurückgehalten, um mögliche Kontrollaktionen nicht zu gefährden.

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