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Gemeinde Grefrath: Kleine Gurken im sportlichen Einsatz

Gemeinde Grefrath : Kleine Gurken im sportlichen Einsatz

Was für Sportgeräte "Slashpipes" sind oder wie "Kin Ball" gespielt wird - wer den Trendsporttag des Kreissportbundes in Grefrath besuchte, lernte jede Menge neue Trendsportarten kennen. Etwa 80 Interessierte nutzten das Angebot.

"Die nächste Aufgabe hat auch mit Strategie zu tun", sagt Michael Luther und macht neugierig. Dann beginnt der Ideenscout und Outdoortrainer zu erklären. Sekunden später bilden sieben Frauen Rücken an Rücken eine Einheit. Koordiniert von drei weiteren Kursteilnehmerinnen geht es unter viel Gelächter und Zurufen in die Hocke und wieder hinauf.

"Brain Walking" ist angesagt und dabei geht es nicht nur darum, sich zu bewegen, sondern einzelne Bewegungselemente einzubauen, die den Kopf fordern und Konzentration verlangen. Aber nicht nur hier ist Sport angesagt. Das Grefrather Schulzentrum am Burgwall hat sich in ein einziges großes Sportcenter verwandelt, wo die neuesten Trends in Sachen Sport im Mittelpunkt stehen. Zum nunmehr vierten Mal hat der Kreissportbund zu einem Trendsporttag eingeladen.

"Es ist wichtig, immer neue Ideen in den Sport zu bringen, damit er nie langweilig wird", betont Klaudia Schleuter, Leiterin der Geschäftsstelle des Kreisssportbundes. Was an Sportangeboten derzeit aktuell oder ganz frisch auf dem Markt ist, kann an diesem Samstag in Grefrath getestet werden. Darunter ist auch die Weltneuheit "Slashpipes", die es erst seit Kurzem gibt. Was es mit den ein Meter langen, mit einer bunten Flüssigkeit gefüllten Kunststoffröhren auf sich hat, demonstriert Manuela Trouvain in ihrer Kurseinheit, während Edith Maaßen gleich zwei ungewöhnliche Sportgeräte in Kombination vorstellt.

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Bei "Redondo meets Brasil" treffen der flexible Ball und die ungewöhnlich anmutenden ellipsenförmigen grünen Hanteln mit den Noppen und der mobilen Sandfüllung aufeinander. "Hier sind unsere kleinen Gurken mit Stacheln im Einsatz", sagt Klaudia Schleuter scherzend und spielt damit auf das Aussehen der etwas anderen Hanteln an. Das Besondere dabei ist, dass durch die Form und die bewegliche Füllung besonders die Tiefenmuskulatur angesprochen wird.

Renate und Heribert Vennhaus von der Turnerschaft St. Tönis interessieren sich indes besonders für die "Slashpipes". "Ein sehr interessantes Sportgerät. Gerade für die Gymnastikarbeit könnte ich sie mir bei uns gut vorstellen", meint Renate Vennhaus. Das Ehepaar informiert sich entsprechend sowohl über Anschaffungskosten als auch über Kurse für Übungsleiter. "Wir werden eine Anschaffung auf jeden Fall im Vorstand unseres Vereins vorschlagen", sagt Heribert Vennhaus.

Bei der Kraftfitness in der Turnhalle des Schulzentrums kullern derweil die ersten Schweißperlchen. Die Kursteilnehmer, die unter fachlicher Anleitung mit Pilatesrollen und Sisselkissen arbeiten, kommen ins Schwitzen. Beim "Kin Ball" dagegen, dem Spiel mit dem riesigen, scheinbar schwerelosen Ball, bestimmen Bewegung und Gelächter das Bild.

"Ich arbeite in der offenen Ganztagsschule als Betreuerin und mache dort mit den Kindern viel Sport. Beim Trendsporttag bekommt man sehr viele Anregungen und das ist klasse", sagt Tatjana Sticher-Zapf. Das war auch der Grund für Sandra Eberwein, die in einem Bewegungskindergarten arbeitet, sich für den Tag anzumelden. "Ich kann hier viel ausprobieren und Ideen für meine Arbeit mitnehmen. Zudem erfahre ich, wie ich mich selber stärken kann. Und was uns gut tut, tut auch den Kindern gut", sagt sie, wobei sie sich neben dem "Brain Walking" für "Glück für den Rücken" und "Pilates Best Age" entschieden hat.

Aber egal, ob man die neuen Kenntnisse im Beruf, Verein oder einfach nur für sich selbst einsetzen möchte - Anregungen gibt es reichlich. Dass Sport niemals langweilig wird, zeigt der Tag auf der ganzen Linie. Wenngleich Klaudia Schleuter ein wenig über die Teilnehmerzahl enttäuscht ist. "Wir hatten bei den vorausgegangenen Aktionstagen immer mehr als 100 Teilnehmer. Diesmal sind es nur 80 Aktive. Woran es liegt, wissen wir nicht. Daher würden wir uns über ein Feedback freuen, von dem der nächste Trendsporttag dann profitieren kann", sagt Klaudia Schleuter.

(tref)