Stadt Kempen: Kirchensanierung mit Bistumshilfe möglich

Stadt Kempen : Kirchensanierung mit Bistumshilfe möglich

Die Fassaden der Kempener Propsteikirche müssen renoviert werden. Das kostet mehr als eine Million Euro. Die Finanzierung wird erarbeitet.

Es ist nicht mehr zu übersehen, dass vor allem die westliche Seite mit dem Turm und die nördliche Seite der Propsteikirche durch Wetterschäden stark gelitten haben. Das Wasser dringt mittlerweile in das Mauerwerk. Für die dringend erforderliche Renovierung sammelt die Gemeinde seit einiger Zeit Geld. Denn das Vorhaben ist sehr aufwendig und teuer.

Die Kirche wurde zwar in den Jahren 1981 bis 1993 grundlegend saniert, aber halt mit den Mitteln und Kenntnissen dieser Zeit, so der Vorsitzende des Kirchbauvereins Joachim Minten. So kommt es, dass nun erneut Arbeiten anstehen - übrigens auch an den beiden anderen Fassaden, aber da ist es noch nicht so dringend. Und irgendwann wird auch noch das Dach der Pfarrkirche erneuert werden müssen.

Es sind große Aufgaben, vor denen die Kirchengemeinde steht. Man müsse einfach damit leben, dass bei derart alten Gemäuern alle 30 bis 40 Jahre solche Dinge anstehen, meint Minten. Immerhin wurde die Kirche nach der Chronik von Johannes Wilmius im 13. Jahrhundert erbaut.

In den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts erfolgte die Erweiterung der romanischen Choranlage. Um 1400 wurde das Mittelschiff erhöht und durch ein gotisches Gewölbe ersetzt. Die romanischen Seitenschiffe wurden abgetragen, erhöht und dann gotisch eingewölbt. Den zwölf romanischen Säulen des Mittelschiffs wurde der Chorraum mit acht Säulen und ein Chorumgang zwischen 1440 und 1471 hinzugefügt. Am 2. März 1945 wurde die Kirche bei einem Bombenangriff kurz vor Kriegsende schwer beschädigt.

Jetzt gilt es reichlich Spenden zu sammeln. Denn alleine kann die Kirchengemeinde die auf mehr als eine Million Euro geschätzten Kosten nicht stemmen. Genaue Zahlen werden in diesem Frühsommer vorliegen. Auch wenn es vom Bistum Aachen wohl Zuschüsse in Höhe von 60 bis 70 Prozent zu den Kosten gibt, bleiben noch rund 400.000 Euro, die aufgebracht werden müssen. Im vorigen Jahr hatte die Gemeinde dafür die Aktion "F.D.P." ins Leben gerufen. In diesem Fall bedeuteten die drei Buchstaben schlicht eine Abkürzung des Slogans "Für die Propsteikirche". Wie berichtet, hatten die Kempener Liberalen nach den Bundestagswahl für einige Zeit der Pfarre ihre Plakatwände an den Ausfallstraßen der Stadt zur Verfügung gestellt.

Sobald sowohl der angekündigte Zuschuss des Bistums als auch der Rest der Finanzierung gesichert ist, kann mit den Arbeiten begonnen werden. Joachim Minten rechnet damit, dass etwa im Frühjahr 2019 mit den Arbeiten - zum Beispiel mit der Einrüstung von Turm und Fassaden - begonnen werden kann. Er beruhigt übrigens auch, dass am Ende der Sanierung die Kirche vollkommen unverändert erscheinen wird. "Es bleibt optisch alles beim Alten", sagt er im Gespräch mit der RP. Etwa drei Jahre werden die Arbeiten wohl insgesamt dauern. Sobald diese abgeschlossen sind, wird man sich dann mit den anderen Fassaden beschäftigen müssen.

(sr)