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Kinder zeigen Bilder aus Projektwoche mit Hospizinitiative Kreis Viersen

Ausstellung „Hospiz macht Schule“ ab 2. Februar in Kempen : So sehen Kinder Sterben und Tod

Im Februar wird in Kempen die Ausstellung „Hospiz macht Schule“ gezeigt. Die Bilder, die im Rathaus zu sehen sind, entstanden im Rahmen einer Projektwoche mit der Hospizinitiative Kreis Viersen.

Im Rathaus am Kempener Buttermarkt ist ab Mittwoch, 2. Februar, die Ausstellung „Hospiz macht Schule – Mit Kindern über den Tod reden“ zu sehen. Gezeigt werden Bilder von Kindern, die im Rahmen einer Projektwoche der Hospizinitiative Kreis Viersen mit Kindern der dritten und vierten Schuljahre entstanden sind.

Die Hospizinitiative begleitet seit über 28 Jahren Schwerkranke, Sterbende und ihre Angehörigen im gesamten Kreis Viersen. Die beiden hauptamtlichen Koordinatorinnen, Gerda Kretschmann und Britta Jartwig, beraten die betroffenen Familien zu Hause oder im Seniorenheim und vermitteln auf Wunsch eine ehrenamtliche Begleitung in der letzten Lebensphase durch geschulte Ehrenamtler. Auch Trauerbegleitung gehört zum Angebot.

Seit 2015 bietet die Initiative das Projekt „Hospiz macht Schule“ an, das von der Bundeshospizakademie mit Pädagogen entwickelt wurde. 2019 erhielt die Hospizinitiative den Ehrenamtspreis der Stadt Viersen für dieses Projekt. „Sterben und Tod sind für die meisten Menschen Tabu-Themen – vor allem im Gespräch mit Kindern. Dabei haben gerade Kinder oft keine Hemmungen oder Berührungsängste, sich damit auseinanderzusetzen“, heißt es in der Ankündigung zur Ausstellung. Die Projektwoche ist für Grundschüler der dritten und vierten Klassen vorgesehen, weil Kinder ab einem Alter von etwa neun, zehn Jahren verstehen, was Endlichkeit bedeutet.

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Thematisch geht es in der Themenwoche um Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod, das Traurig-sein, Trost und trösten. Dabei kommen Mitarbeitende der Hospizinitiative mit den Kindern ins Gespräch – und die Kinder können selbst aktiv werden. Es wird gemalt, gepflanzt, es werden Filme angeschaut, Geschichten vorgelesen, die von Verlusten, Ängsten und dem Umgang damit erzählen. „Anders als vielleicht vermutet, geht es in der Woche nicht permanent traurig, sondern sehr lebendig zu, denn die Kinder lernen, mit dem Thema angstfreier umzugehen“, heißt es in der Ankündigung weiter, „eine gute Grundlage für spätere Erfahrungen.“

Außerdem gebe es viel Raum, um über Gefühle zu sprechen, was im normalen Schulalltag oft so nicht möglich sei. Am letzten Tag schreiben die Kinder einen Trostbrief an jemanden, den sie kennen – vielleicht an einen Klassenkameraden, an die Großeltern oder, wie in einer Projektwoche, an die Klassenlehrerin, deren Lebensgefährte kurz vor der Projektwoche starb.

Die Initiative hat das Projekt schon an einigen Schulen durchgeführt, so auch an der Regenbogenschule in Kempen und an der Grundschule in Tönisberg. Für die Schulen ist die Projektwoche kostenfrei, sie wird durch Spenden finanziert.

(biro)