Gemeinde Grefrath: Kinder fragen - Politiker antworten

Gemeinde Grefrath: Kinder fragen - Politiker antworten

Einmal direkt Fragen an Politiker stellen, diese Gelegenheit erhielten gestern die Fünftklässler der Sekundarschule Grefrath. Erstmals fand eine Fragestunde mit den Mitgliedern des Jugend-, Sozial- und Seniorenausschusses statt.

"Wer möchte denn die erste Frage stellen?" Kaum hat Kirsten Peters, die Vorsitzende des Jugend-, Sozial und Seniorenausschusses der Gemeinde Grefrath, diese Frage gestellt, da fliegen auch schon etliche Finger in der Aula der Sekundarschule Grefrath in die Höhe. Berührungsängste kennen die Fünftklässler nicht. Vielmehr brennen ihnen jede Menge Frage unter den Nägeln, die den vor ihnen sitzenden neun Ausschussmitgliedern wahrscheinlich noch nie gestellt wurden.

Tyler darf die Fragerunde starten. "Fällt es einem schwer, als Politiker zu arbeiten?" möchte der Elfjährige wissen. Nicht nur Kirsten Peters muss mit einem Lächeln im Gesicht kurz überlegen. Dann kommt der einhellige Kommentar der Ausschussmitglieder, dass es Spaß mache, auch wenn es oft viel Arbeit sei. Peters beschreibt, wie sie Akten zu bestimmten Themen lesen muss, um danach Entscheidungen zu treffen. Das kostet Zeit. "Man muss auch schon mal die Familie zu Hause lassen, wenn man zu einer Sitzung geht oder einen anderen Termin wahrnehmen muss", fügt sie hinzu. Dass die Politik das Hobby ist und nur der Bürgermeister seinen Posten als ganz normalen Job ausübt, erstaunt so manchen der Fünftklässler, als sie nach Arbeitsbeginn und -ende fragen. Ein bisschen Enttäuschung kommt auf, dass keiner der Anwesenden Angela Merkel persönlich kennt, sondern sie ihnen auch nur aus dem Fernsehen bekannt ist.

Einige Schüler haben sich ihre Fragen schriftlich notiert. "Dann vergesse ich auch nichts", meint Moritz, der sich einen Zettel gemacht hat. Eine Frage, die gleich mehrere Schüler beschäftigt, ist die nach Smartbords. "Eine Klasse hat ein Smartbord. Kann nicht jede Klasse eins haben. Das wäre echt cool", meint der elfjährige Freddy. Auch Yannick (10) fände das toll. Aufmerksam hören daher nicht nur die Beiden zu, als Kirsten Peters das Prozedere eines Antrags erklärt, der dann in einem entsprechenden Ausschuss diskutiert wird. Auch der Wunsch nach mehr Spielgeräten auf dem Schulhof wird geäußert. "Ihr könnt selber einen Antrag stellen und diesen dem Bürgermeister geben", ermuntert Peters die Schüler. Bei der Frage von Yannic (12), warum Politiker immer so schreien würden, muss die gesamte Politikerriege schmunzeln. Es handle sich weniger um Schreien, als um pure Motivation, die sich dann schon einmal in einer lauteren Sprache äußere, bekommen die Schüler als Antwort zu hören.

Eins ist nach der Schulstunde klar. Die Kinderfragerunde ist bestens angekommen und hat Politik für alle ein stückweit verständlicher gemacht. "Wir haben ansonsten Kinder und Jugendliche einzeln angeschrieben und ins Rathaus eingeladen. Dabei mussten wir feststellen, dass immer die gleichen wenigen Interessierten kamen. So kam uns der Gedanke, einmal an den Ort zu gehen, wo Kinder die meiste Zeit sind, nämlich in die Schule", erläutert Sozialamtsleiter Volkmar Josten die Idee, die hinter der erstmals durchgeführten Aktion steht.

"Wir haben dazu eine ganz normale Politikstunde genutzt, mit dem Unterschied, dass diese mit allen drei fünften Klassen in der Aula stattfand", sagt Schulleiterin Helmi Röhrig, die von dem neuen Angebot begeistert ist. Wobei die Aktion auch entsprechend in den Politikstunden vorbereitet worden war und nun auch eine Nachbearbeitung erfährt.

(tref)