Kinder aus dem Kindergarten St. Vitus gingen zum Abschluß ihrer Kiga-Zeit durch Oedt

Abschluß der Kiga-Zeit : Oedter Kinder erkunden ihr Dorf

Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten St. Vitus gingen durch den Ort. Karl A. Willmen, Vorsitzender des Heimatvereins, begleitete sie und erklärte die Sehenswürdigkeiten.

„Warum beißt die Gans das Mädchen in das Kleid?“, fragt Lukas den Vorsitzenden des Heimatvereins Oedt, Karl A. Willmen, als dieser mit einer zwölfköpfigen Schulkindergruppe am Gänselieselbrunnen angekommen ist. Die fünf- bis sechsjährigen Kinder von der Kita St. Vitus erkunden ihr Dorf Oedt als Abschlussprojekt ihrer Kindergartenzeit. Sie haben bereits das Heimatmuseum besucht und eine Metzgerei näher kennengelernt.

Nun führt der Weg zur Albert-Mooren-Allee, wo einst die mittelalterliche Wallanlage stand und ein Wassergraben die Ostgrenze des Amtes Oedt bildete. Mit dem Ober- und Niedertor gab es zwei Ortseingänge vom Burgdorf, erklärt Willmen den Kindern, die interessiert zuhören. Vom Obertor aus wurden früher die Kühe in den Bruch getrieben, weshalb es auch Kuhtor genannt wurde, erfahren die Kinder. Dann folgt das Geburtshaus des berühmten Augenarztes Albert Mooren an der Hochstraße, der die armen Oedter stets kostenlos behandelte.

Am Gänselieselbrunnen an der Mühlengasse muss die anfangs gestellte Frage beantwortet werden, und die Antwort lautet so: „Die zubeißende Gans war gar keine Gans, sondern der Gänserich, der auf seine sieben Gänse aufpasste und sich gegenüber der Gänseliesel durch einen Biss ins Kleid behauptete.“ Lukas ist zunächst zufrieden. Der Weg führt die Gruppe weiter an der Burgmühle vorbei, wo früher die alte Niers ihre Kurven zog, zur Burg Uda. Dort angekommen, stellt Lukas zunächst fest, dass von der ehemals viertürmigen Burg drei Türme fehlen, denn hier kann er die Wirklichkeit mit einem gemalten Bild der historischen Burg gut vergleichen.

Doch da ist noch etwas, was das Interesse der Kinder auslöste. Es gibt in dem noch erhaltenen Burgturm ein Verlies und außen am Turm ein „stilles Örtchen“. Wie kann das sein, will Lennard wissen, wenn es damals den heutigen Eingang zum Verlies noch nicht gab und das Plumpsklo im Freien schwebte. Der Heimatvereinsvorsitzende ist gut vorbereitet und kennt die Antworten. Die Verbrecher mussten sich an einer Strickleiter ins Gefängnis abseilen und ihre Strafe absitzen. Das Klo an der Außenmauer des Rundturmes bestand aus einem Holzhäuschen auf Steinstützen. Das „Geschäft“ fiel dann einfach aus großer Höhe in den Burggraben. Auf Nachfrage von Lennard wird auch noch der Begriff „Geschäft“ geklärt.

Vom Turm der Burg Uda haben die Besucher einen tollen Blick auf Oedt und Umgebung. Foto: Alfred Knorr

Im Turm selbst faszinieren die Geschichten von den Falken, die jedes Jahr in den Mauernischen ihre Jungen aufziehen, die Kinder mehr als der Standesbeamte, der hier schon einige Brautpaare getraut hat. Aber woher kommen diese rotbraun gebrannten Steine, will Florian wissen. Willmen weiß Bescheid und erklärt, dass die um Oedt selber aus Ton und Lehm hergestellt worden sind und schon über 700 Jahre alt sind.

Auf der Turmspitze angekommen, könnte es viel zu sehen geben, aber die Kinder sind etwa gleich groß wie die Mauer hoch ist. Dafür entschädigt aber ein Bussard die Kinder der Kita Oedt, der um den Turm seine Kreise zieht. Silvia von den Eichen und Sylvia Müller, die die sechs Mädchen und sechs Jungen begleiten, sind am Ende voll des Lobes über diesen zweistündigen Ausflug durch „Unser Dorf Oedt“, und auch Karl A. Willmen freut sich schon auf einen weiteren Besuch der Kinder, wenn sie einmal als Erwachsene die Burg besichtigen. Im Rahmen des Projektes stehen noch Besuche von Apotheke, Kirche St. Vitus und Altenzentrums in Oedt auf dem Programm.

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